Alle Artikel mit dem Schlagwort: romane

Kurz & knapp rezensiert, Teil 1/19.

Es hat sich wieder so einiges auf meinem Schreibtisch angesammelt, von dem ich erzählen wollte. Allein Zeit und Worte fehlten mir. Deshalb jetzt: Ein frühlingshaft belebender Mix aus Romanen & Graphic Novel. Die Geschichte des männlichen Genies ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Im Rampenlicht der kluge, erfinderische Mann, dessen Geisteskraft ihn längst in unerreichbare Höhen katapultiert hat; in seinem Rücken die Frau, die ihm denselbigen frei hält. Auch wenn dieses Narrativ zunehmend hinterfragt wird, hat es lange Zeit erheblichen Einfluss darauf ausgeübt, was wir von weiblichen Perspektiven und Errungenschaften wissen. Liv Strömquist bricht in I’m every woman mit eben diesen Erzählungen, die die Frau zu einer Marginalie – oder schlimmer: zur zerstörerischen Furie – umdeuten. Anders als in Der Ursprung der Welt oder der Ursprung der Liebe geschieht das im aktuellen Band auf etwas losere, schlaglichtartige Weise. Es werden die unsäglichsten Lover der Geschichte gekürt, mit dabei Pablo Picasso (auf den auch Hannah Gadsby in ihrem Bühnenprogramm Nanette sehr ausführlich zu sprechen kommt), Albert Einstein und Edvard Munch. Strömquist zeichnet an gegen queerfeindliche und biologistische …

Wie sollten wir sein?

Sheila Heti stellt sich in ihrem neuen Roman ,Wie sollten wir sein‘ (Rowohlt Verlag) eben genau diese Frage. An Vorschlägen, Ideen und Vorschriften mangelt es uns nicht, mittlerweile viel häufiger an Orientierung. Was ist ein guter Mensch? Wo zählen welche Qualitäten? Und was ist am Ende womöglich völlig unwichtig? In einer auf Leistung und Wohlstand ausgerichteten Gesellschaft können wir vielfach beobachten, wie sich Werte und Prioritäten verschieben. Die Lebensplanung beginnt sich auszurichten an einem allgegenwärtigen Ideal von Optimierung. Lebensoptimierung, Partneroptimierung, Selbstoptimierung. Und während wir uns zu kleinen Wirtschafts – und Profitmaschinen umbauen, kommt die Frage danach, wie wir denn eigentlich sein sollten, zur richtigen Zeit. Jeder würde diese Frage wahrscheinlich anders beantworten, jeder würde für sich einer anderen Sache Priorität einräumen. Sollen wir flexibel sein? Aufgeschlossen? Liebevoll? Voller Verständnis? Egoistisch, so es unsere eigene Haut betrifft? Mit spitzen Ellbogen bewährt? Oder ganz selbstlos? Meine (durchaus literarisch motivierte) Antwort findet ihr hier. Was mich nun aber ganz brennend interessiert: Was denkt ihr?