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Kurz und knapp rezensiert im Oktober!

Der Oktober bringt zwei Graphic Novels mit starken weiblichen Protagonistinnen, ein düsteres Märchen vom Ende der Welt und einen Blick in das Innenleben einer Trollfabrik. Es gehört zu den erfreulichen Begleiterscheinungen der Debatten über die Marginalisierung weiblicher, queerer Perspektiven oder beschränkender Geschlechterstereotype, dass immer mehr Erzählungen aus solchen Blickwinkeln sichtbar werden. Bei Reprodukt sind in diesem Herbst gleich zwei Titel erschienen, die starke weibliche Hauptfiguren haben. Pirouetten von Tillie Walden dreht sich vor allem autobiographisch um das Suchen und Finden der eigenen Identität vor dem Hintergrund einer Sportart, die nach sehr starren, stereotypen Regeln funktioniert. Aufgewachsen in einer Familie, in der die Mutter keinen verlässlichen Ankerpunkt für Tillie bietet, beginnt sie früh mit dem Eiskunstlauf. Insbesondere wegen ihrer ersten Trainerin, deren Fürsorge für sie ein Ersatz ist für die desinteressierte Mutter, bleibt sie dabei. Je älter sie wird, desto mehr beginnt Tillie zu hinterfragen, was der Eiskunstlauf ihr wirklich bedeutet. Sie erzählt vom Erwachsenwerden, einem traumatischen Übergriff, von ihrem Coming-Out und den Schwierigkeiten, die ein Sport bedeutet, der, was Auftreten und Aussehen betrifft, für Frauen …

Bitte übernehmen Sie, Karoline Menge!

Foto: Maximilian Menge Das Schreiben begann für mich.. …im Tagebuch. Ich schrieb über die Schule, Klassenkameraden, warum ich den oder die nicht mochte, Liebesbekundungen. Dann auf der Schreibmaschine meines Großvaters. Ich verfasste Krimikurzgeschichten für meine Eltern, wenn ich zu Besuch bei meinen Großeltern war, und die schickte ich ihnen nachhause. Sie mussten erraten, wer der Bösewicht war. Meistens war es der Igel. Oder die Maus. Die Lösung schickten meine Eltern mir dann ebenfalls per Brief und ich ärgerte mich, wenn sie sie nicht richtig errieten. Schon damals war ich davon überzeugt, dass alles, was ich schreibe, logisch ist. Ein Buch muss.. …neben meinem Bett liegen, ein anderes in meinem Rucksack stecken und ein weiteres auf meinem Schreibtisch liegen. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. …vielleicht irgendwann nicht mehr richtig denken. Es muss ja alles mal raus, was sich da im Kopf so ansammelt, es wäre wahrscheinlich fatal, wenn sich die Geschichten so stapeln würden oder ineinander verwirren und zusammenkleben; dann würde ich vielleicht irgendwann nicht einmal mehr ein normales Gespräch führen können. Ein …