Alle Artikel mit dem Schlagwort: klöpfer & meyer

Ulrike Schäfer – Nachts, weit von hier

In jedem Leben gibt es irgendwann Begebenheiten von solcher Außerordentlichkeit, dass mit ihnen und in ihrer Folge eine neue Zeitrechnung beginnt. Manchmal sind es, von außen betrachtet, vernachlässigenswerte Kleinigkeiten, manchmal einschneidende Schicksalsschläge, nach denen nichts mehr ist wie es einmal war. Ulrike Schäfer spürt in ihren zarten Erzählungen diesen Bruchstellen nach. Eine Frau trifft im Café auf einen skurillen älteren Mann, mit dem sie eine Freundschaft verbinden wird, die sie erst nach dessen Verschwinden ermessen kann. Er ist gewitzt, etwas schräg und trägt stets eine Packung Pralinen bei sich, die er ungeachtet seiner Leibesfülle und Zuckerkrankheit geradezu gierig verzehrt. Eine andere Frau sucht ihren verschollenen Großvater, den ihre Großmutter deutlich mehr geliebt haben soll als ihren aktuellen Gatten. Ein Vater repariert nach dem Tod seiner Frau ein zerstörtes Klassenzimmer – und damit zum ersten Mal wieder ein Stück von sich selbst. Eine ältere Frau scheitert am Verkauf ihres Hauses, bei dem ihr niemand zur Seite stehen kann. Ihre fortschreitende Demenz macht es ihr unmöglich, alle Formalitäten zu organisieren, ihre schleichend aber beständig ausgreifende Verwirrung treibt …

Bitte übernehmen Sie, Lothar Müller-Güldemeister

Das Schreiben begann für mich.. …mit pubertären Gedichten, vielen Romananfängen, die es über 30 Seiten nicht hinausbrachten, einem nie zu Zelluloid gewordenen Drehbuch und dann – nach einer spannenden Lebenserfahrung – dem Durchbruch: ich schaffe es doch tatsächlich, den Marathon des Romanschreibens bis zum Ende durchzuhalten. Jetzt schon zum zweiten und hoffentlich nicht letzten Mal. Ein Buch muss.. mit einem Vulkanausbruch beginnen und sich dann schnell steigern. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. …doch tatsächlich Geld verdienen. Ein Kindheitstraum von mir war.. …reich und berühmt zu sein. Wenn ich nicht schlafen kann,.. …hängt das meistens damit zusammen, dass ich an Deutschland in der Nacht denke. Völlig unterschätzt wird.. …Kurt Kusenberg und seine Kurzgeschichten. Wenn ich Musik höre, dann.. …höre ich Musik und mache nichts anderes. Musik hören und gleichzeitig arbeiten ist für mich unmöglich. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich brauche völlige Einsamkeit zum Schreiben. Diese Einsamkeit kann ich sogar in einem überfüllten Café, einem Bahnhofswartesaal oder im Flugzeug finden, aber niemals zu Hause. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,.. …ständig schönen Frauen …