Alle Artikel mit dem Schlagwort: jürgen bauer

Jürgen Bauer – Ein guter Mensch

Der südafrikanischen Metropole Kapstadt geht nach einer anhaltenden Dürre das Wasser aus. Sollte der Regen weiterhin ausbleiben, so der Spiegel, könnte die Stadt schon in diesem Jahr das Wasser abdrehen und rationieren. Eine Zukunft, in der extreme Klimabedingungen ebenso wie profitorientierte Unternehmen den Zugang zu Wasser erschweren und gigantische Fluchtbewegungen auslösen, ist keine, die man sich erst mühsam aus den Fingern saugen müsste. Wasser als Ressource ist ebenso wenig unendlich und selbstverständlich wie jede andere. Aber sie ist überlebenswichtig. Jürgen Bauers Roman Ein guter Mensch spielt zu einer Zeit, in der die prophezeiten Klimakatastrophen schließlich  Realität geworden sind. Seit Jahren hat es nicht geregnet. Manchmal wirbelt Asche durch die vor Hitze flirrende Luft und kündet von einem Brand, ausgelöst vielleicht durch eine unbedacht ins Unterholz geworfene Zigarette oder einen fanatischen Gegner der Regierungspolitik. Ein winziger Funke genügt, um einen Feuersturm zu entfachen, im knochentrockenen Gelände der Region ebenso wie in der aufgeriebenen, verzweifelten Bevölkerung. Wasser gibt es nur noch auf Zuteilung. Die Mengen sind kaum ausreichend. In gigantischen Flüchtlingscamps werden Menschen versorgt, die sich ein …

Bitte übernehmen Sie, Jürgen Bauer!

© Barbara Pálffy  Das Schreiben begann für mich… in der Volksschule. Dann nochmal auf der Universität. Dann wieder in diversen Redaktionen, Proberäumen und Lesezimmern. In Zügen, Flugzeugen und zu Hause vor dem Computer. Das Schreiben beginnt für mich eigentlich immer wieder von neuem, es verändert sich und entwickelt sich dauernd weiter. Ein Buch muss… Stil haben, Eleganz und Klarheit.Es muss Knochen, Sehnen und Muskeln besitzen, aber kein Fett. (Oder nur ein wenig, für den Geschmack!) Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… sicher entspannter und unkomplizierter durch die Welt gehen. Ich würde dann nicht jede Situation auf ihre Umwandelbarkeit in Literatur prüfen. Aber wer will schon ein unkompliziertes Leben führen? Ein Kindheitstraum von mir war… …fliegen zu können. Italo Calvino meint, Literatur habe die Kraft, den Dingen ihre Schwere zu nehmen. Im Schreiben kann man die Welt also ein wenig zum Fliegen bringen. (Das war‘s jetzt aber auch mit Name-Dropping, versprochen!) Wenn ich nicht schlafen kann… werde ich sehr, sehr unleidlich. Und sehr dünnhäutig. Eine gefährliche Mischung. Also besser ausschlafen lassen. Oder aus dem …

Jürgen Bauer – Was wir fürchten

In einer Familie aufzuwachsen, die vom Wahn und der Angst des Vaters geprägt sind, muss unweigerlich Spuren hinterlassen. Angst als Schutz ist überlebenswichtig, Angst als Kontrollmaßnahme ist zum Scheitern veurteilt. Jürgen Bauers Roman ist nicht nur ein galantes Verwirrspiel zwischen Wahn und Wirklichkeit, sondern der gelungene Beweis dafür, dass nicht alles im Leben kontrollierbar ist. Manchmal sind es nur Nuancen, die die krankhafte von der gesunden und durchaus erhaltenswerten Angst unterscheiden. Das Gefühl von Angst in all seinen Symptomen versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, um rasche Flucht aus einer Gefahrensituation zu gewährleisten. So weit, so nützlich. Kippt die Angst aber ins Pathologische, kann sie einen Menschen im schlimmsten Fall nahezu lebensunfähig machen. So wie Georgs Vater, dessen Ängste pranaoide Form angenommen haben. Regelmäßig verschwindet er für einige Zeit im Krankenhaus und wird mit speziellen Medikamenten wieder ruhiggestellt. Mit dieser Unberechenbarkeit, mit den Schlagworten seiner Eltern wächst er auf: “Du bist paranoid, halt den Mund und sei still.” Georg lernt früh, dass das Leben nicht stabil und gleichförmig verläuft. Dass hinter jedem Menschen ein ganz anderer …