Alle Artikel mit dem Schlagwort: frank rudkoffsky

Frank Rudkoffsky – Fake

Max ist ein Schreikind. Nach seiner Geburt beginnt für Sophia und Jan ein Leben auf Zehenspitzen, jede ruhige Minute ist ein Geschenk, jede Stunde Schlaf eine Seltenheit. Sophia hat vorübergehend ihren guten Job bei Daimler aufgegeben, Jan ist freier Journalist mit zu wenig Aufträgen. Das Internet wird für beide der Ort, an dem sonst Verschwiegenes schließlich sichtbar wird. Was treibt einen Internet-Troll an? Was veranlasst Menschen, ein ganzes Leben oder eine lebensbedrohliche Krankheit zu erfinden? Das Internet im Allgemeinen und soziale Medien im Speziellen bieten zahllose Möglichkeiten, mit Identitäten und Biographien zu spielen. Manchmal ist es bereits die Liebe zum Spiel allein, die als Antrieb für Lügengeschichten dient. Manchmal ist es aber auch eine Lebenssituation, die so ohnmächtig macht, dass sie mit Macht und Kontrolle kompensiert werden muss. Als Sophia Max bekommt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Max ist das Zentrum ihrer Welt, sein exzessives Schreien raubt ihr den letzten Nerv. Erst sind es nur kleine Sticheleien in Internetforen für Eltern, die Sophia aus Wut über Besserwisserinnen und Übermütter absetzt. Stück für Stück aber wird …

Bitte übernehmen Sie, Frank Rudkoffsky!

© Ronny Schönebaum Das Schreiben begann für mich.. in der Grundschule mit geradezu bizarr schlecht gezeichneten Comics und vermeintlich witzigen Kürzestgeschichten über senile Filmhelden. Später musste ich mich dann einige Schubladenromane lang an frühen Vorbildern abarbeiten, ehe ich zu meiner eigenen Stimme fand. Ein Buch muss.. mich gleichzeitig unterhalten und herausfordern. Sprache und Plot sind mir wichtig – im Zentrum müssen aber immer glaubhafte Figuren stehen, mit denen ihr Schöpfer gerne auch gnadenlos umgehen darf. Vielleicht sogar muss. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. sie ja immer noch jemandem diktieren. Und ihm dabei mit den freien Händen etwas Leckeres kochen. Stenographiekenntnisse wären jedoch von Vorteil: Langsam sprechen gelingt mir nur bei Lesungen. Ein Kindheitstraum von mir war.. mit Mitte dreißig mittelloser Schriftsteller zu sein. Nur jünger. Und weniger mittellos. Wenn ich nicht schlafen kann.. wälze ich mich so lange herum, bis ich fluchend aufstehe und mir Sätze wie diese ausdenke: „Bastian hat die Zeitreiseexperimente langsam satt. Es ist seit Nächten dasselbe: Wenn Nina morgens neben ihm aufwacht und ausgeschlafen in den neuen Tag …

Frank Rudkoffsky – Dezemberfieber

Nach dem Tod seines Vaters und der unvermeidlichen Haushaltsauflösung fährt Bastian mit seiner Freundin Nina nach Thailand. In Bangkok will er Abstand gewinnen, Boden gutmachen, während ihm seine Vergangenheit dicht auf den Fersen ist. Er ist fahrig und ruhelos. Was als Annäherungsreise für die angeknackste Beziehung der beiden geplant war, endet für ihn als Annäherung an sich selbst und seine Geschichte. Es ist eine Binsenweisheit, dass die Flucht vor der Vergangenheit langfristig selten von Erfolg gekrönt ist. Welcher Erinnerungen und Erlebnisse man sich auch entledigen will, in irgendeinem unerwarteten Zusammenhang tauchen sie doch wieder auf und pochen auf die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Als Bastian und Nina in Thailand eintreffen, sind sie willens, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Gerade ist Bastians Vater gestorben, zu dem er auf eigenen Wunsch seit Jahren keinen Kontakt hatte. Seine Mutter starb bereits zehn Jahre zuvor. Bastian ist ein verschlossener, ein grüblerischer Charakter, der sein Innenleben sorgsam vor anderen, gelegentlich gar vor sich selbst verborgen hält. Fragt man ihn nach seiner Vergangenheit, schiebt er vor, sich an nichts zu erinnern. …