Alle Artikel mit dem Schlagwort: dbp14

Bitte übernehmen Sie, Heinrich Steinfest!

Foto: Christian Hass Das Schreiben begann für mich.. …,als ich mit dem Malen aufhörte. Ein Buch muss.. …so beschaffen sein, daß es in der Sauna, im Dschungel, im Badezimmer und sonstwo nicht auseinanderfällt. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. …Bücher verlegen? Nein, der Verzicht aufs Schreiben würde mir einzig und allein eine Lücke bescheren. Ein Kindheitstraum von mir war.. …absolute Sicherheit. Wie gesagt, ein Traum. Wenn ich nicht schlafen kann,.. …bleibe ich wach. (Das ist ein Motto aus meinem Roman „Die feine Nase der Lilli Steinbeck” und stammt wiederum aus dem Film „Die Dolmetscherin“, als Frau Kidman Herrn Penn genau diese Frage stellt). Völlig unterschätzt wird.. …die tiefe Zufriedenheit, die sich aus der Hausarbeit ergibt. Wenn ich Musik höre, dann.. …spüre ich meistens das Bedürfnis, mich zu bewegen (ich meine damit nicht tanzen, sondern einfach, auf kleinem Raum unterwegs zu sein). Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich trage eine Brille, mag Whisky und höre schlecht. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es,.. …vor dem Schlafgehen unter dem Bett nachzusehen, ob da jemand liegt (wenn …

Bitte übernehmen Sie, Martin Lechner!

Das Schreiben begann für mich.. …in der fünften Klasse mit Frau Frenzel, die mich zu Schönschreibübungen verdonnerte, um meine allerdings bis heute nervös auf- und niederzuckende Schrift zwischen die Linien zu zwingen. Ein Buch muss.. …den Boden aufbrechen. Wenn ich keine Bücher schreiben würde,.. …wär vielleicht längst das Werwolfsfell, das ich lauern spüre unter der Haut, ans Licht gewuchert. Ein Kindheitstraum von mir war,.. …eine Reise in das leider schon seit Langem erloschene Land namens Übersee. Wenn ich nicht schlafen kann,.. …dann hat die Nacht meist einen noch ziemlich unerhellten Sinn. Völlig unterschätzt wird.. …das Glück einer blitzeblauen Buchstabenknöpfedrückerei. Wenn ich Musik höre, dann.. …ist es gut. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee.. …nämlich dem Strom und Wirbel der Tage nicht standhalten zu können ohne Worte. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es.. …nicht bei dir zu sein. Literatur kann.. …den Anker lichten. Martin Lechner wurde 1974 geboren und studierte Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 gab es zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften wie „Bella triste“, „manuskripte“ und „Edit“ sowie der Erzählungen „Bilder einer Heimfahrt“ …

Franz Friedrich – Die Meisen von Uusima singen nicht mehr

In seinem verschachtelten Debütroman erzählt Franz Friedrich von den so plötzlich und unerklärlich schweigenden Lapplandmeisen der finnischen Landschaft Uusima, von einer amerikanischen Studentin, einer verschwundenen Dokumentarfilmerin und einem Flugzeugabsturz. Alles zwar in sich logisch und miteinander verwoben, doch man hätte aus diesem Roman mühelos mehrere einzelne machen können. Man munkelte, die Meisen hätten ihren Gesang auf den Weg zu den Sternen verloren. Wer zu hoch hinaus will, muss Verluste in Kauf nehmen. Tatsächlich sind sich aber die Wissenschaftler in höchstem Maße uneins darüber, weshalb der kleine Vogel im Federkleid des Alters plötzlich so still geworden ist. Weil man eine vom Menschen verursachte Umweltkatastrophe vermutet, wird der Landstrich evakuiert. Menschen müssen ihre Heimat verlassen, bleiben im Unklaren darüber, ob und wann sie zurückkehren können. Einzig die Forscher und Dokumentarfilmerin Susanne Sendler dürfen sich in Uusima aufhalten, Messungen durchführen und die kleinen Vögel beobachten, denen es mit ihrem plötzlichen Schweigen, letztlich mit ihrer Untätigkeit gelungen ist, viele Menschen auf einmal zu vertreiben. Susanne Sendler, die kurz darauf verschwindet, nennt ihren Dokumentarfilm: Die Meisen von Uusima singen nicht …

Martin Lechner – Kleine Kassa

Georg Röhrs, Lehrling im Eisenwarenhandel des Oskar Spick, soll einen verdächtig leichten Koffer zu seinem Bestimmungsort, der “Kleinen Kassa”, bringen und gerät durch eine einzige Unachtsamkeit so plötzlich wie unwiderruflich in eine absurde Verfolgungsjagd, die stellenweise Lewis Carroll Konkurrenz gemacht hätte. Eigentlich liest man diesen Roman und denkt an gleich mehreren Stellen: “Was zur Hölle?” Man ist sich unsicher, ob man das aus Ungläubigkeit oder Amüsement tut, aus Unsicherheit oder Verwirrung. Sicher ist nur: Man tut es. Mehrfach. Martin Lechner schreibt mit ,Kleine Kassa’ einen irgendwie surrealen Hochgeschwindigkeitsroman und streift dabei gar viele Themen. Verantwortung, Freundschaft, Liebe, das Erwachsenwerden. Wenn man allerdings so schnell unterwegs ist, kann man Vieles nur anreißen. Lehrling Georg Röhrs trifft, während er für seinen Chef einen Koffer von A nach B transportiert – man wittert krumme Geschäfte! -, von dessen Inhalt er nichts weiß, eine falsche Entscheidung. Er steigt aus dem Bus aus, in dem er sitzt, weil er meint, seine Liebe Marlies auf einem Werbeplakat gesehen zu haben. Sie ist es nicht und der Bus fährt von dannen. Bevor …

Die Longlist des Deutschen Buchpreises

Es ist wieder soweit, das Rennen um den Deutschen Buchpreis 2014 beginnt. Gerade wurde die Longlist veröffentlicht und die Arena zur lebhaften Diskussion freigegeben. Viel Kritik musste der Deutsche Buchpreis seit seiner Einführung 2005 schon einstecken, besonders Buchhändler bemängeln immer wieder, dass so manch ein Buch zwar literarisch wertvoll sein mag, in ihren Läden jedoch kaum über den Ladentisch geht. Zu artifiziell, zu sehr geschrieben für ein ausgewählt intellektuelles Publikum. Letztes Jahr gewann Terézia Mora mit ,Das Ungeheuer‘ den Preis und setzte sich damit gegen literarische Größen wie Urs Widmer, Daniel Kehlmann und Clemens Meyer durch. Die diesjährige Jury des Deutschen Buchpreises – hat sich für folgende Kandidaten entschieden: ·        Lukas Bärfuss: Koala (Wallstein, März 2014) ·        Ulrike Draesner: Sieben Sprünge vom Rand der Welt (Luchterhand, März 2014,) ·        Antonio Fian: Das Polykrates-Syndrom (Droschl, Februar 2014) ·        Franz Friedrich: Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr (S. Fischer, August 2014) ·        Thomas Hettche: Pfaueninsel (Kiepenheuer & Witsch, September 2014)  ·        Esther Kinsky: Am Fluß (Matthes & Seitz Berlin, August 2014) ·        Angelika Klüssendorf: April (Kiepenheuer …