Alle Artikel mit dem Schlagwort: daniela krien

Bitte übernehmen Sie, Daniela Krien!

© Gerald von Foris / Graf Verlag Das Schreiben begann für mich… mit dem Lesen, mit 7 Jahren. Anfangs waren es kurze (kitschige) Gedichte, Paar- oder Kreuzreime. An die 1. Strophe meines allerersten Gedichts erinnere ich mich noch: Ich ging einmal durch den Schnee / beim Greizer Sommerpalais / Da saß ein armer Mann / und schaute mich traurig an. Dann kamen Tagebücher, Kurzgeschichten und schließlich – 29 Jahre später – mein erster Roman. Ein Buch muss… unbedingt interessant sein, entweder durch gehaltvollen Inhalt, oder durch guten Stil, im Idealfall durch beides. Schlimm sind Bücher, die mittels hochtrabenden Stils einen dürftigen Inhalt kaschieren oder eitle Bücher, in denen Autoren versuchen, die Welt von ihrem hohen Bildungsstand zu überzeugen. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… mich mehr mit Musik beschäftigen und neben dem Klavier noch Cello lernen. Ein Kindheitstraum von mir war… Schriftstellerin zu werden. Wenn ich nicht schlafen kann… lese ich. Völlig unterschätzt wird… Musik als Therapieform für kranke, behinderte oder traumatisierte Menschen. Musik wirkt auf einer basalen Ebene, Rhythmus und Klang lassen …

Daniela Krien – Muldental

Der Muldentalkreis gehört bereits seit einiger Zeit der Vergangenheit an, bis 2008 lag er im Norden von Sachsen. Benannt nach der Mulde, dem dortigen Fluss. Daniela Krien, deren Romandebüt ,Irgendwann werden wir uns alles erzählen‘ 2011 große Erfolge feierte, erzählt in ,Muldental‘ nun die Geschichten von Menschen, die zurückgelassen wurden. Menschen, die man zynisch oft Wendeverlierer nannte, Kollateralschäden der deutschen Wiedervereinigung. Es sind zehn Geschichten von außerordentlicher Wucht und Klarheit. Wer an den Mauerfall denkt, sieht vor seinem inneren Auge jubelnde Menschen, die sich in den Armen liegen. Erinnert sich an verheißungsvolle Zukunftspläne, das Gefühl der plötzlichen Freiheit, wenn man aus dem Osten kam. Nicht für alle lief der Prozess der Wiedervereinigung schmerzlos ab, manche blieben zurück in dem, was sie seit Jahrzehnten kannten und plötzlich Vergangenheit geworden war. Daniela Kriens Erzählungen legen den Finger direkt in die Wunde, mit nahezu erbarmungsloser Präzision lässt sie Figuren scheitern und sich befreien. So wie Marie, die noch in der DDR der Stasi als Informantin über die Künstlerbesuche ihres Mannes Auskunft gab. Alles sehr vage, findet auch die …