Alle Artikel mit dem Schlagwort: rezensionen

Kurz und knapp rezensiert im Juni!

Zum dritten Mal k&k-Rezensionen, diesmal mit nur einer einzigen Neuerscheinung! George Steiner – Warum Denken traurig macht Schon im April hatte ich kurz über George Steiner geschrieben, seinerzeit ging es dabei um den Interviewband Ein langer Samstag. In diesem bereits 2006 erschienenen (ja, was eigentlich?) Essay, Traktat, Gedankenspiel geht es um den Akt des Denkens und seine immanenten Schwierigkeiten. Unter Berufung auf Schelling entfaltet Steiner zehn Gründe, weshalb das Denken und Existieren traurig stimmt. Begonnen bei der Erkenntnis, dass sicht nicht über das Denken hinausdenken lässt über die mutmaßliche Unmöglichkeit des Nichtdenkens bishin zur Uneindeutigkeit von Sprache, untersucht Steiner sämtliche Aspekte des Denkens. Er kommt letztlich auch zu dem Schluss, dass selbst zwei Liebende nie genau wissen können, was der andere denkt. Wir bleiben doch einsame Inseln in einem riesigen Meer, so sehr wir uns auch um den Brückenbau bemühen. Ein lehrreiches, hinsichtlich seines Aufbaus fast lyrisches Buch, das trotz aller Schwermut zum Denken anstiftet! Georg Steiner: Warum Denken traurig macht. Suhrkamp Verlag. Aus dem Englischen von Nicolaus Bornhorn. 124 Seiten. 8,00. Rebecca West – …

Kurz und knapp rezensiert im Mai

Zum zweiten Mal schon gibt es auf dem Blog die k&k-Rezensionen. Diesmal mit zwei ganz unterschiedlichen Romanen und einer Graphic Novel, die überraschend in meinem Briefkasten gelandet ist. Daniela Danz – Lange Fluchten Nach einem Zwischenfall wird Constantin Staas, genannt Cons, aus dem Militärdienst entlassen und damit einer Beschäftigung beraubt, für die er sich wie geschaffen wähnt. Seitdem ist mit ihm wenig anzufangen. Ein Haus wollte er für seine Familie bauen, für seine Frau Anne und die beiden Söhne. Stattdessen leben sie nun schon schmerzlich lange getrennt in einem provisorischen Baucontainer. Cons kämpft um eine Anerkennung als Wehrdienstbeschädigter, obwohl er nie im Krieg gewesen ist. Obwohl er schon selbst nicht mehr weiß, was mit ihm geschehen ist. Sein sterbender Freund Henning rüttelt schließlich an Cons’ Festung und versucht, ihn aus der Lähmung des Nichtstuns zu befreien. Daniela Danz lehnt diesen Roman an die Legende des heiligen Eustachius an, gibt ihm aber ein modernes und zeitgemäßes Gewand. Intensiv erzählt sie vom Scheitern und Verlieren, das unerklärlich und unüberwindbar, aus der Feder von Daniela Danz aber dennoch …

Nicht gerade untadelig.

© Rosmarie Voegtli, CC BY 2.0 Wenn Blogtexte ausschnittweise im Kulturteil einer Zeitung landen – ungefragt natürlich – ist das erstmal sehr kurz schmeichelhaft. Und dann unsäglich ärgerlich. Die bisher geführte und nunmehr bereits bärtige Debatte unter dem griffigen Slogan „Blogger vs. Feuilleton“ verlief in der Regel nur in eine Richtung. Ist das Feuilleton den Bloggern mit seiner Expertise und dem nötigen Sachverstand nicht weit voraus? (meistens eine rhetorische oder mindestens eine Suggestivfrage) Ist es vielleicht sogar unbedingt dem Eindruck eines Hobbylesers vorzuziehen, wenn man eine profunde Rezension zu lesen wünscht? Kann ein Blogger so etwas überhaupt leisten? Zugegeben: die Debatte ist erlahmt, irgendwann ist einfach die Luft raus. Das Hamburger Abendblatt (Teil der Funke-Mediengruppe) hat nun aber dieser dahinsiechenden Diskussion einen ganz neuen Dreh verpasst, den es so zuvor vermutlich höchstens hinter vorgehaltener Hand oder verschlossener Tür gegeben hat. Am 24.08.2015 veröffentlichte ich meine Rezension zu Jane Gardams „Ein untadeliger Mann“. Es ist der Auftaktroman zu einer Trilogie rundum den Zerfall des Britischen Empire, wunderbar übersetzt von Isabel Bogdan. Am 17.12.2015 erschien im Hamburger Abendblatt …

Buchblogging und seine Tücken

Anlässlich der Rezensionsrichtlinien, die künftig bei Blanvalet, Limes und Penhaligon erfüllt werden müssen (hier nachzulesen bei Lesekreis.org), entspinnen sich innerhalb der Bloggerszene hitzige Diskussionen. Hier und da fühlt man sich bevormundet, eingespannt als Werbeinstrument, gar in seiner Freiheit beschnitten, einen Text in bestimmter Art und Weise zu strukturieren. Ich muss persönlich sagen, dass mich diese Debatten doch überraschen. Da schreiben User sowas wie ‘Ich würde hier aus Prinzip trotzig reagieren‘ oder ‘Ich bespreche ja zum Glück keine Rezensionsexemplare mehr, aber hätte man mir damals solche Regeln zugeschickt, ich hätte von dem Verlag kein einziges Buch mehr besprochen‘. Warum diese Entrüstung? Weshalb diese Neigung dazu, sich durch alles gemaßregelt zu fühlen, was bestimmte Verhaltensrichtlinien nahelegt? Liest man nur die Reaktionen einzelner Blogger, könnte man meinen, hier sei jedes Wort vorgeschrieben, ja, das Fazit bereits vorweggenommen worden, stattdessen geht es um bestimmte inhaltliche Erfordernisse an eine Rezension, die vollkommen selbstverständlich sind. Buchblogs schießen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden. Schwer zu sagen, wie viele es bereits im Web gibt, die privat, neben Schule oder …