Alle Artikel mit dem Schlagwort: 5 lesen 20

Ein (Blog)Jahr 2013 endet

Allerorten wird man dieser Tage erschlagen mit Jahresrückblicken und possierlichen Infografiken, die in möglichst komprimierter Form das letzte Jahr widergeben sollen. Auf dass wir uns alles nochmal wohlmeinend ins Gedächtnis rufen, um es dann, überwiegend, guten Gewissens von der Festplatte zu löschen. Nächstes Jahr geht schließlich alles von vorn los. Auch ich möchte auf mein 2013 zurückschauen, denn es hatte so einige literarische und persönliche Überraschungen parat, die nicht unerwähnt dem Vergessen anheimfallen dürfen. Mein Lesejahr begonnen habe ich mit Ingvar Ambjørnsens ,Den Oridongo hinauf‘. Es war ein Weihnachtsgeschenk und eine sehr lohnenswerte Lektüre. Sprachlich außerordentlich intensiv nahm das Jahr seinen Anfang auf einer abgelegenen norwegischen Insel. Kurz darauf folgten zwei absolute Ausnahmen in meiner bisherigen Blogtätigkeit. Habe ich doch den hochgelobten und vorallendingen äußerst rentablen Roman von Jojo Moyes gelesen, ,Ein ganzes halbes Jahr‘. Und mich bewusst entschieden, es nicht zu rezensieren. Zwar habe ich einen Text geschrieben, irgend etwas hat mich dann aber doch davor zurückschrecken lassen, es zu veröffentlichen. Hier ein kurzer Auszug: Man mag es kaum glauben, da lese ich doch …

Gedanken zur Shortlist

Da sind sie nun, die sechs Favoriten, unter denen sich entscheidet, wer den Deutschen Buchpreis 2013 gewinnt. Allesamt eher schwierig und fordernd, keine Bücher, die man ganz locker im feierabendlichen Licht der Leselampe verschlingt. Mir und meinen Kolleginnen von “5 lesen 20” wurden nun einige Fragen zur Shortlist gestellt. Welcher Roman der Shortlist ist Ihr Favorit und warum? Von den Romane, die ich im Projekt gelesen habe, hat es ausschließlich Terézia Mora auf die Shortlist geschafft, dementsprechend wäre es wahrscheinlich vermessen, nun in aller Endgültigkeit über Bücher urteilen zu wollen, die man bisher nicht selbst gelesen hat. Für mich würde es sich wahrscheinlich zwischen Mirko Bonné und Terézia Mora entscheiden. Was ich bisher von Bonné gehört habe – inklusive der Leseprobe, die ich mir selbst zu Gemüte geführt habe – hat mich positiv beeindruckt. Und Terézia Mora war einfach ein sehr intensives Leseerlebnis, auch wenn es für mich Kritikpunkte gab. Welchen Roman (aus der Longlist) vermissen Sie auf der Shortlist? Ich vermisse Ralph Dutli und Jonas Lüscher. Beide habe ich sehr gern gelesen, Lüscher schon …

[5 lesen 20] Terézia Mora – Das Ungeheuer

Terézia Mora ist eine aus Ungarn stammende Autorin und Übersetzerin. Sie wuchs zweisprachig auf, ungarisch und deutsch und studierte Hungarologie und Theaterwissenschaften. An der Deutschen Film – und Fernsehakademie wurde sie außerdem zur Drehbuchautorin ausgebildet. Mora wurde für ihr Werk bereits mehrfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Preis der LiteraTour Nord und dem Adalbert-von-Chamisso-Preis. 2009 erschien ihr Roman ,Der einzige Mann auf dem Kontinent‘, dessen Protagonist Darius Kopp wir nun in ‘Das Ungeheuer‘ wiedertreffen. Der Roman erschien im Luchterhand Verlag und steht neben neunzehn anderen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2013. Ein Rundumschlag gegen das Leben .. Das Leben kann grausam sein. Unerbittlich in seiner Härte, ungerecht und gnadenlos. Niemand hat jemals versprochen, dass es gerecht ist. Es ist ein Vegetieren, ein Kämpfen um Verlorenes, um Idyll und Schönheit, die der näheren Betrachtung ja doch nicht standhalten kann. Es wäre besser, man begänne gar nicht erst damit, leben ist eine schlechte Angewohnheit. Zu solchen Schlüssen kann man nach beinahe 700 Seiten von Terézia Moras neuem Roman ohne größere Umwege gelangen. ‘Das Ungeheuer’ …

[5 lesen 20] Judith Kuckart – Wünsche

Judith Kuckart ist eine deutsche Autorin, Regisseurin und Choreographin. Sie studierte Literatur – und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin, arbeitete als Assistentin am Choreographischen Theater in Heidelberg und gründete das Tanztheater Skoronel. Seit Anfang der Neunzigerjahre veröffentlicht sie auch Romane und Erzählungen. Für ihre Werke wurde Kuckart mehrfach ausgezeichnet, so u.a. 2012 mit dem Anette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Wünsche erscheint im DuMont Verlag und steht neben neunzehn anderen Romanen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2013. Wir alle erinnern uns noch an den Werbespot eines bekannten Optikers, in dem zwei Männer mittleren Alters völlig entspannt und im Einklang mit sich selbst in einem kleinen Boot sitzen und die Natur betrachten. ,Wenn du dein Leben noch einmal leben könntest, würdest du alles nochmal genauso machen?’ ist die ketzerische Frage, die letztlich ganz nonchalant zum Werbeslogan leitet. Der Gefragte antwortet überraschend mit ,Nein‘, was uns, die wir doch im Alter die Weisheit zu erlangen trachten, alles, was geschehen sei, sei schon gut so gewesen, ein bisschen stört. Vielleicht beneiden wir aber auch den Mut, mit der bisher “weggelebten” Lebenszeit so …

Deutscher Buchpreis 2013 – 5 lesen 20

Heute ist es soweit – die Longlist des Deutschen Buchpreises 2013 wird verkündet. Und mit ihr eine kleine Überraschung der literarischen Blogosphäre. Jedes Jahr wünscht man sich ja immer wieder den bestmöglichen Überblick über die Titel, die von der Jury ins Rennen geschickt werden und doch gelingt es wohl niemandem, zwanzig Bücher innerhalb weniger Wochen durchzulesen. Deshalb schaffen wir Abhilfe und teilen die Arbeit einfach auf! Gemeinsam mit Mara von buzzaldrins Bücher, caterina von SchöneSeiten, Claudia von dasgrauesofa und Atalante von Atalantes Historien lese ich die Longlist. Freut euch also in den nächsten Wochen auf unseren jeweiligen Blogs über Rezensionen der Longlisttitel. Wir jedenfalls sind gespannt auf dieses Projekt und hoffen auf ein gutes Gelingen und interessante Diskussionen! Und da iat sie – die lange erwartete Longlist • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013) • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013) • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013) • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013) • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar …