{"id":6581,"date":"2014-09-10T09:57:04","date_gmt":"2014-09-10T07:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/literatourismus.net\/?p=6581"},"modified":"2014-09-12T23:08:35","modified_gmt":"2014-09-12T21:08:35","slug":"megwolitzeriminterview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literatourismus.net\/2014\/09\/megwolitzeriminterview\/","title":{"rendered":"Meg Wolitzer im Interview"},"content":{"rendered":"

Foto: Nina Subin<\/span><\/p>\n

Gerade hat sie im Dumont Verlag<\/a> einen Roman ver\u00f6ffentlicht, der nicht nur von Jonathan Franzen gelobt, sondern bisweilen sogar mit ihm verglichen wird. ,Die Interessanten<\/a>‘ ist ein Buch \u00fcber Freundschaft und das Leben, aber auch ein gesellschaftlicher Querschnitt durch viele Jahrzehnte amerikanischer Geschichte, von den Siebzigern bis heute. Ich hatte, was mich wirklich sehr freut, die M\u00f6glichkeit, Meg Wolitzer einige Fragen zu stellen. Das zweite Interview, neben Dorthe Nors<\/a>, das ich auf Englisch gef\u00fchrt habe. Und die Antworten kamen tats\u00e4chlich den langen Weg von New York hierher! Ein herzliches Dankesch\u00f6n geht an dieser Stelle nat\u00fcrlich an Meg Wolitzer selbst, aber auch an den Dumont Verlag, der das \u00fcberhaupt m\u00f6glich gemacht hat.<\/p>\n

Waren Sie jemals in einem Sommercamp und wenn ja, wo und wann?<\/strong><\/p>\n

Ja, ich war mal in einem Sommercamp in Massachusetts, als ich f\u00fcnfzehn war. Es war dem in ,Die Interessanten’ sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n

Sie haben ,Creative Writing’ am Smith College und der Brown University studiert und unterrichten heute selbst. Wie ist es dazu gekommen? Denken Sie, dass man Schreiben lernen kann? Wie viel ist tats\u00e4chlich Talent und wie viel Flei\u00df und Hingabe?<\/strong><\/p>\n

Es ist schwer zu sagen, wie viel gelehrt werden kann, aber ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass es nicht schlecht ist, eine Gruppe zu haben, mit der man seine Arbeiten diskutieren kann, weil das Schreiben ja doch eher eine einsame und isolierte T\u00e4tigkeit ist. Und es kann einem das Gef\u00fchl geben, weniger allein zu sein. Talent macht einen gro\u00dfen Teil aus, aber ich denke auch, dass man eine Menge lesen, Gedanken, Stil und Sprache absorbieren muss, um besser zu werden.<\/p>\n

Die sechs Freunde in ,Die Interessanten’ begleiten sich nicht nur einige Sommer lang, sondern Jahrzehnte ihres Lebens. Das ist sehr selten. Haben Sie auch Freunde, die schon solange bei Ihnen sind?<\/strong><\/p>\n

Einer meiner engsten Freunde stammt aus diesem Sommer im Camp. Ansonsten habe ich nat\u00fcrlich Freunde seit langer Zeit, die meisten sind aber j\u00fcngeren Jahrgangs.<\/p>\n

Fast alle von ihnen – nat\u00fcrlich Ethan und Jonah, aber auch Ash und Catherine – haben bestimmte Talente, auch wenn nicht jeder von ihnen lebt und mit ihnen Geld verdient. Nur Jules scheint keine bestimmte Begabung zu haben und von Zeit zu Zeit leidet sie darunter. Glauben Sie, dass es heutzutage fast gesellschaftlich erwartet wird, etwas Besonderes und Einzigartiges zu tun?<\/strong><\/p>\n

Sicherlich gibt es oft Druck, “besonders” zu sein und das beginnt heute schon in der Kindheit. Aber ich denke angesichts all der finanziellen Unsicherheiten der letzten Zeit f\u00fchlen sich viele Menschen unter Druck gesetzt, richtig Geld zu verdienen. Und das kann diese Jagd nach Besonderheit ersetzen.<\/p>\n

In Ihren Roman passiert so viel, letztlich nicht nur ein Leben, sondern sechs davon, was ihn so lebendig macht. Woher kommen Ihre Ideen?<\/strong><\/p>\n

Ich wei\u00df nie genau, woher sie eigentlich kommen. Bis zu einem gewissen Grad nat\u00fcrlich durch ein Leben, in dem ich viel geh\u00f6rt, gesehen und \u00fcber Menschen und ihre Lebenswege nachgedacht habe.<\/p>\n

Haben ,Die Interessanten’ reale Entsprechungen?<\/strong><\/p>\n

Nein, sie sind reine Erfindungen.<\/p>\n

Die sechs Freunde leben die meiste Zeit des Romans in New York, wie Sie auch. Was m\u00f6gen Sie an der Stadt? Ich habe gerade ein \u00e4lteres Interview von Susan Sontag gelesen, in dem sie sagte, sie liebe all die Menschen und zahlreichen M\u00f6glichkeiten, ihre Freizeit zu verbringen. W\u00fcrden Sie dem zustimmen?<\/strong><\/p>\n

Eine Sache sind nat\u00fcrlich die vielen M\u00f6glichkeiten und auch wenn ich sie nicht nutze, ist es gut zu wissen, dass sie da sind. Wenn ich mich also theroretisch entscheide, mitten in der Nacht nach drau\u00dfen zu laufen und mit einem ganz bestimmten Freund Musik zu h\u00f6ren, k\u00f6nnte ich das tun. Die Stadt hat sich nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert, aber ich liebe sie noch immer sehr. So viele Dinge in meinem Leben haben hier stattgefunden.<\/p>\n

2012 haben Sie ein Essay \u00fcber das weibliche Schreiben verfasst. Glauben Sie, dass sich weibliches und m\u00e4nnliches Schreiben unterscheidet?<\/strong><\/p>\n

Mein Essay handelte von der Art und Weise, in der literarisches Schreiben von Frauen im Gegensatz zu dem von M\u00e4nnern wahrgenommen wird. Ich glaube nicht, dass ich etwas Allgemeines dar\u00fcber sagen k\u00f6nnte, wie die verschiedenen Geschlechter schreiben. Daf\u00fcr gibt es zu viele Arten des Schreibens.<\/p>\n

Und zuletzt eine Frage, die sehr interessant ist, wenn es um Autoren geht: Was sind Ihre liebsten Autoren und B\u00fccher?<\/strong><\/p>\n

Einige davon: ,Zum Leuchtturm’ von Virginia Woolf, ,Die Toten’ von James Joyce, ,Tage des Verlassenwerdens’ von Elena Ferrante, ,Goodbye, Kolumbus’ von Philip Roth, ,Liebeswahn’ von Ian McEwan, ,Der Tod in Venedig’ von Thomas Mann und ,Haus der Freude’ von Edith Wharton.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Foto: Nina Subin Gerade hat sie im Dumont Verlag einen Roman ver\u00f6ffentlicht, der nicht nur von Jonathan Franzen gelobt, sondern bisweilen sogar mit ihm verglichen wird. ,Die Interessanten‘ ist ein Buch \u00fcber Freundschaft und das Leben, aber auch ein gesellschaftlicher Querschnitt durch viele Jahrzehnte amerikanischer Geschichte, von den Siebzigern bis heute. Ich hatte, was mich wirklich sehr freut, die M\u00f6glichkeit, Meg Wolitzer einige Fragen zu stellen. Das zweite Interview, neben Dorthe Nors, das ich auf Englisch gef\u00fchrt habe. Und die Antworten kamen tats\u00e4chlich den langen Weg von New York hierher! Ein herzliches Dankesch\u00f6n geht an dieser Stelle nat\u00fcrlich an Meg Wolitzer selbst, aber auch an den Dumont Verlag, der das \u00fcberhaupt m\u00f6glich gemacht hat. Waren Sie jemals in einem Sommercamp und wenn ja, wo und wann? Ja, ich war mal in einem Sommercamp in Massachusetts, als ich f\u00fcnfzehn war. Es war dem in ,Die Interessanten’ sehr \u00e4hnlich. Sie haben ,Creative Writing’ am Smith College und der Brown University studiert und unterrichten heute selbst. Wie ist es dazu gekommen? Denken Sie, dass man Schreiben lernen kann? …<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6582,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[1045,1186,1694],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/wolitzer-e1410332897266.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6581"}],"collection":[{"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6581"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6581\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6638,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6581\/revisions\/6638"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literatourismus.net\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}