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Vendela Vida – Des Tauchers leere Kleider

Eine Frau reist nach Casablanca, um ihrem in Auflösung begriffenen Leben zu entkommen. Ihre Ehe steht vor dem Aus, eine Absprache mit ihrer Schwester hat sich wider Erwarten als Sprengstoff innerhalb der Geschwisterbeziehung erwiesen. Sie muss abschalten. In der flimmernden Hitze Marokkos aber wird sie wie fremdbestimmt in immer neue Umstände verwickelt, denen sie sich anpassen muss. “Es gibt Phasen in der Evolution”, heißt es in einem Gespräch im Roman, “in denen manche Arten in ihrer Entwicklung stagnieren, weil es keine Notwendigkeit für Veränderung gibt. Aber dann, meistens aufgrund von Umweltveränderungen, müssen sie sich ganz schnell anpassen. So entstehen neue Arten.”  Auf geschickte Weise ist dieser Ausflug in die Evolutionstheorie auch eine Charakterisierung von Vendela Vidas windiger Protagonistin und ihres Aufenthalts in Casablanca. Bereits zu Beginn läuft nichts nach Plan. Beim Einchecken ins Hotel wird ihr der Rucksack mit allen wichtigen Dokumenten, ihrem Laptop und ihrem Geld geklaut. Die Ermittlungen laufen schleppend, die Hotelangestellten scheinen großteils nicht willens oder fähig, sich des Diebstahls anzunehmen. Als man sie endlich doch zu einer Polizeistation bringt, händigt man …