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Entfremdung im Urwald

Durch den Urwald schlägt man sich am besten querfeldein. Man verlässt ausgetretene Pfade, wehrt sich gegen so manche exotisch-florale Erscheinung, versucht sich zu orientieren, während man selbst innerhalb dieser üppigen Natur immer unbedeutender wird. Etwas Ähnliches geschieht vielleicht auch in Roman Ehrlichs neuem Erzählband. Schlaglichtartig sammelt er in ,Urwaldgäste’ ein Potpourri aus Menschen, die verloren und verlassen sind. Roman Ehrlichs Prosa ist nicht glatt und von jedem erdenklichen Stolperstein bereinigt, über den man als Leser unversehens stolpern und darüber ins Taumeln geraten kann. Das galt für ,Das kalte Jahr‘ und das gilt in noch viel stärkerem Maße für die jüngst erschienenen Erzählungen. Sie sind alles andere als gefällig, man reibt sich an ihnen auf. In ,Urwaldgäste’ werden wir Zeuge von lebensverändernden Maßnahmen mehr oder weniger erfolgreicher Art. Sei es durch eine Band, die nach einem sehr durchschnittlichen Auftritt all die Romantik verfliegen sieht, die mit so einem Banddasein verbunden ist. Oder durch Arne Heym, den “Fleurateur”, Hersteller und Arrangeuer von Kunstblumen, der eine Agentur anheuert, sein Leben aufzumischen. Ein Leben, das ihm eingefroren und starr …