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Johannes Böhme über “Das Unglück schreitet schnell”.

In seinem bedrückenden Tatsachenroman Das Unglück schreitet schnell rekonstruiert Johannes Böhme ein Stück Familien- und Kriegsgeschichte. Hermann Bartens ist der erste Mann von Johannes’ Großmutter. Viel Zeit haben beide nicht miteinander, bevor der Krieg ausbricht. Aus dem Feld schreibt er Briefe nach Hause, immer um Fassung bemüht und die Grauen aussparend, die sich um ihn herum abspielen und die er selbst anrichtet. Aus Stalingrad kehrt er nicht mehr nach Hause zurück. Ich habe mit Johannes Böhme über sein Buch gesprochen. Was hat für dich den Anstoß gegeben, dieses Buch zu schreiben? Der erste Anstoß war ein Leseerlebnis, das schon etwas zurückliegt. Ich habe als ich 2015 in Paris gelebt habe, HHhH (Himmlers Hirn heißt Heydrich) von Laurent Binet gelesen. Das Buch erzählt die Ermordung Reinhard Heydrichs, die “Blonde Bestie”, den Gestapo-Chef und Organisator des Holocausts, durch zwei tschechoslowakische Widerstandskämpfer. Binet verbindet diese Geschichte eines Attentats mit Reflexionen über historische Wahrheit, mit seinen eigenen Beobachtungen über Prag, Tschechien, die Slowakei und irgendwie hatte ich damals das Gefühl, dass genau so eine zeitgemäße Art und Weise aussieht, …