Alle Artikel mit dem Schlagwort: tage der deutschsprachigen literatur

Der Bachmannpreis für Tex Rubinowitz

Der letzte Lesungstag in Klagenfurt war einer, der durchaus das Schmunzeln und Lachen erlaubte. Katharina Gerickes ,Down Down Down- To The Queen Of Chinatown‘ über Bühnenreife und die Unsäglichkeit von Liebe, erhielt heute letztlich den Mr. Heyns Ernst-Willner-Preis. Auch der frischgebackene Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz und sein etwas hingeschnodderter Text ,Wir waren niemals hier‘ über eine vergebliche Beziehung erntete mehr als einmal lautes Lachen. Einzig Georg Petz und sein Millefleurs musste sich am gestrigen Tag harte Kritik gefallen lassen. Zwar bekundete die Jury überwiegend Respekt für den Anspruch, den der Text stelle, sehe diesen aber literarisch und handwerklich keineswegs innerhalb des Textes verwirklicht. Leider scheitere er auf ganzer Linie an sich selbst. Dennoch: Der letzte Lesungstag war ein kleiner Lichtblick in einem Wettbewerb, der überwiegend so staubtrocken und theoretisiert verlief, wie man es literarischen Veranstaltungen vielfach zu Unrecht vorwirft.

Der zweite Tag am Wörthersee

Nachdem die an Windpocken erkrankte Karen Köhler ihre Teilnahme beim Preis absagen musste, gibt es seit gestern ihre ins Rennen geschickte Erzählung ,Il Comandante‘ zum Download auf ihrer Homepage. Es lohnt sich! Der gestrige Lesungstag mit den ersten fünf Autoren lief eher gemächlich an, getragen und schwer, ja, bedeutungshochschwanger gar, heute gab es tatsächlich Zoff und Zank, erbitterte Diskussionen und denkwürdige Verrisse. Den Anfang machte Anne-Kathrin Heier mit einem Text, Ichthys, der tatsächlich viel Ich enthielt (und nicht dürfte, laut Schreibschulstatuten), ein typischer Berlin-Text, munkelten manche.

Der erste Tag am Wörthersee

Der erste Tag des Klagenfurter Wettlesens am beschaulichen Wörthersee ist vorüber. Problembeladen war er, thematisch beschwerlich. Von Tod und Krankheit über Nerzzucht vor dem Hintergrund des Dritten Reiches, von Bürokratenpossen über die Leiden des Mutterseins, schließlich endend in wieder erwachenden Leidenschaften stürmischer Jugendjahre auf einem trockenen Geschäftskongress.

Der Ingeborg-Bachmann-Preis

… oder Wettlesen am Abgrund Er ist dieser Tage in aller Munde, der seit 1976 verliehene und von der Stadt Klagenfurt zu Ehren Ingeborg Bachmanns gestiftete Literaturpreis. Und das nicht nur, weil die Videoportraits der diesjährigen Teilnehmer veröffentlicht worden sind, sondern vor allem, weil der Stiftungsrat des ORF vor etwas über einer Woche bekanntgab, den Bachmann-Preis 2014 nicht mehr ausrichten zu wollen. Mehr als 80 Millionen Euro müssten eingespart werden, so Generaldirektor Alexander Wrabetz, sogenannte “Umschichtungen im Programmbudget” sind ihm zufolge eine von mehreren geplanten Interventionsmaßnahmen zur Einsparung. Kaum dass diese Meldung sich verbreitet hatte, ging ein Aufschrei durch die Literaturszene. Verlage, Journalisten, Autoren – alle einte irgendwas zwischen stiller Betroffenheit und vernehmlicher Fassungslosigkeit. Der ORF vermeldet, die Ausrichtung eines solchen Wettbewerbs gehöre nicht zum Kerngeschäft des Senders. Zeit für mich, einen Blick auf die Vergangenheit des Bachmann-Preises zu werfen und ein bisschen in die Geschichte dieses durchaus nicht unumstrittenen Wettbewerbs einzutauchen. Im Rahmen der merhtätigen Veranstaltung “Tage, der deutschsprachigen Literatur” treffen seit nunmehr siebenunddreißig Jahren in Klagenfurt Autoren und Autorinnen aufeinander, die man guten …