Alle Artikel mit dem Schlagwort: simone lappert

Bitte übernehmen Sie, Simone Lappert!

Das Schreiben begann für mich,.. ..mit dem Lesen. Die ersten Schreibversuche: wie das unbewusste Wippen des Fusses unter dem Tisch zu guter Musik. Die geöffneten Buchdeckel: offene Fenster, aus denen die gute Musik heraus tönte. Ein Buch muss… ..nichts. Außer vielleicht geschrieben werden; vielleicht weil: Es gibt ja auch gute Bücher, die nie geschrieben wurden, nur vorbereitet, skizziert, gehütet als Idee. Also muss ein Buch vielleicht zumindest gedacht werden. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… ..Fragen wie: “und was machst du beruflich?” einfacher beantworten. Und ich könnte wohl anders lesen, nachlässiger, lustvoller, verantwortungsloser. Ein Kindheitstraum von mir war… ..Seite an Seite mit Lucky Luke durch den wilden Westen zu ziehen. Wenn ich nicht schlafen kann,.. ..versuche ich aufzuhören, es zu versuchen. Dokumentationen über Nagetiere, beispielsweise Eichhörnchen, können Wunder wirken. Völlig unterschätzt wird,.. ..der Nachmittag. An sich und als Arbeitszeit. Immer diese Oden an den frühen Morgen und die späte Nacht, die Mittagszeiten, Abende, die sogenannten blauen Stunden. Ich lobe mir die Unaufgeladenheit, die uneitle Bodenständigkeit zwischen halb zwei und fünf, in der es …

Simone Lappert – Wurfschatten

Ada liebt Fische. Sie beneidet sie um ihren Gleichmut, ihre innere Ruhe. Eine Ruhe, die Ada seit einiger Zeit nicht mehr kennt, die ihr abhanden gekommen ist. Ada hat Angst, vor so vielem – wovor eigentlich nicht? – und lebt in der ständigen Bedrohung einer neuen Attacke. Simone Lappert schreibt in ihrem Debüt die einfühlsame und eindrucksvolle Geschichte einer Frau, die um ihr Leben kämpfen muss. Ada, die eigentlich Adamine heißt, aber so verständlicherweise von niemandem genannt werden will, hat Angst. Angst vor Krankheit, vor Unberechenbarkeit, vor Einsamkeit, vor alltäglichen Katastrophen, die meistens irgendwo anders passieren, – aber jederzeit auch vor ihrer Haustür Halt machen könnten. Um ihrer Angst die nötige Trotzigkeit entgegenzusetzen, hat sie sich eine Collage aus Bildern gebastelt, ihre ,Angsttapete‘, die ihre Befürchtungen in konkrete Bilder übersetzen. Ein zerfetztes Bein, ein Tumor, eine Naturkatastrophe. Ada hält es jederzeit präsent – und vielleicht ist das das Problem. Die blasse Februarsonne spielte den Passanten auf dem Gehsteig ihre Schatten zu, synchron und maßstabgerecht, jedem sein Quäntchen Schablonenschwarz. Alles wie es sich gehörte, zumindest draußen, …