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Ronja von Rönne – Wir kommen

Ronja von Rönne genießt, aufgrund ihrer kontrovers diskutierten Artikel, mit ihrem Debüt einen Aufmerksamkeitsvorschuss. Joachim Lottmann spricht laut Buchrücken sogar von einer Erzählstimme, die nicht nur “schnoddrig”, sondern auch “überlegen” sei, –  was immer das bedeutet. Wem überlegen? Und ist literarisch zelebrierte Überlegenheit wirklich so lobenswert, so lesenswert? Abzüglich des ganzen Brimboriums ist Ronja von Rönne ein durchschnittlicher Debütroman geglückt, dessen Lektüre bei weitem weniger sensationell ist als mancher vielleicht gehofft hat. Die Geschichte ist schnell erzählt. Im Mittelpunkt stehen Ich-Erzählerin Nora, Karl, Jonas, Leonie und ihre schweigende Tochter Emma-Lou. Die vier leben partnerschaftlich zusammen und verweigern sich mit dieser offenen Viererbeziehung plus Kind nicht nur der Eifersucht, sondern auch koventionellen Beziehungskonzepten. Jeder darf mit jedem von ihnen, vier gegen den Rest der Welt. Es ist eine Idee, die nicht ausschließlich jugendlicher Experimentierfreude entspringt, sondern auch minutiöser Vorsorge für den Fall, dass einer von ihnen ausschert. Selbst wenn das passiert, bleiben noch immer zwei, die entstandene Lücken schließen könnten. Nora weiß um den Schmerz, der durch Lücken und Abschiede entsteht. Als sie vom Tod ihrer …