Alle Artikel mit dem Schlagwort: rolf vollmann

Die Erziehung des Lesers

Doch der wahre Schriftsteller läßt Planeten durch den Weltraum ziehen, ersinnt einen schlafenden Mann und macht sich eifrig an der Rippe des Schläfers zu schaffen. (Vladimir Nabokov) Jedes Jahr erscheinen in Deutschland rund 90.000 neue Bücher. Buchhandel, Leser und Feuilleton ächzen unter den Lasten dieser unzähligen Romane, die niemand mehr überblicken oder gar gelesen haben kann. Anfang Januar stellte schon Zoë Beck auf ihrem Blog Erase & Rewind die Frage, wie viel man von einem Buch gelesen haben müsse, um es beiseite zu legen. Manche Menschen mögen solche Fragestellungen belächeln, sie lesen einfach gar nicht. Und wenn doch, dann begnügt man sich mit flatterhaften Illustrierten oder gar – noch schlimmer – der Tageszeitung, deren Name nicht genannt werden darf. Für den leidenschaftlichen Leser ist diese generelle Lektüreverweigerung selbstredend keine Option. Deshalb gibt es Bücher über das Lesen, das richtige und das falsche. Denn das Lesen ist eine Kunst, die erlernt werden muss. Je länger man liest, desto besser kann man auswählen, desto zielsicherer kann man sich in dieser Flut von Literatur bewegen, die jedes Jahr …