Alle Artikel mit dem Schlagwort: richard lorenz

Bitte übernehmen Sie, Richard Lorenz!

Das Schreiben begann für mich … .. als ich als Kind  meinen Großvater fand. Tot im Bett liegend, die Augen weit geöffnet. Damals fing es an mit den Geschichten in den Träumen. Noch nicht aufgeschrieben, das kam später. Die ersten tatsächlichen Versuche mit 11, 12 Jahren. Dann ernsthaft vor zwanzig Jahren mit Short-Stories. Eigentlich immer auf der Suche nach der letzten unausgesprochenen Geschichte im Kopf meines Großvaters. Ein Buch muss … ..überraschend sein. Schlaflos machen. Vor allem darf es eines auf gar keinen Fall – gefällig sein. Davon gibt es eine Unmenge. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich … ..Sterbende begleiten. Mich um Verlorene kümmern. Oder Gott suchen. Ein Kindheitstraum von mir war … ..Jack Lemmon und Shirley McLaine zu treffen. Um mir einige Szenen aus dem Film “Das Appartement” vorspielen zu lassen. Doch irgendwie haben wir uns immer verpasst. Wenn ich nicht schlafen kann, … ..sehe ich mir alte Billy Wilder Filme an. Es gibt kaum etwas besseres, als mit Walter Matthau die Nacht zu durchbrechen. Völlig unterschätzt wird … ..die Bereitschaft …

Richard Lorenz – Amerika Plakate

Es gehören Mut und Phantasie zu einem Roman, der sich jeder konventionellen Erwartung verweigert. Dessen Erzählstränge manchmal dem Straßennetz einer Großstadt gleich kreuz und quer verlaufen, in dem die Realitäten übereinanderliegen und sich gegenseitig immer wieder sachte streifen. Richard Lorenz, der bereits Erzählungen veröffentlichte, geht mit seinem Debütroman Amerika-Plakate dieses Wagnis ein. Romane nach Schema F gäbe es ja bereits genug, sagt er. Amerika gilt als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Was man hier nicht schafft, gelingt einem nirgendwo. Hier stehen Traumfabriken und liegen Slums, hier scheinen vergöttert und vergessen nur wenige Meter voneinander entfernt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Protagonist Leibrand, der sich aus Angst vor seinem trinkenden und unberechenbaren Vater in seinem Schrank versteckt, ausgerechnet Amerika-Plakate malt. So nennt er die Bilder und Geschichten, die er in diesem zwischenweltlichen Bedrohungszustand zu Papier bringt. Er träumt, er imaginiert Menschen, denen wenig geblieben ist, die ein schlimmes Schicksal ereilt hat oder noch ereilen wird. In ihm laufen Leben zusammen wie der Verkehr an einer befahrenen Kreuzung und er sieht und fühlt, was anderen …