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Mütterlein, Mütterlein

Heute ist Muttertag. Ein Tag, der den Müttern dieser Welt gewidmet ist, ein Tag, an dem wir uns alle darauf besinnen sollen, wie dankbar wir sind. Jeden Tag. Für das Auf-der-Welt-Sein an sich, aber auch für die vielen anderen Verrichtungen, die Mütter so tun, ungefragt, einfach aus Wohltätigkeit. Es steht allerdings auch außer Frage, dass Mütter nicht immer diese Engel ohne Flügel, diese selbstlosen Wesen sind; sehr oft in Literatur und Kultur sind sie Quell für Elend, Objekt der Besessenheit. Welchen besseren Termin gäbe es also, dieser zweiten Medaillenseite gerecht zu werden, als diesen Muttertag? Dass man zu seinem ,Mütterlein’ auch eine sehr besondere und ungewöhnliche Beziehung haben kann, beweist Ödipus immer wieder auf’s Neue. Nach ihm ist ein Komplex benannt, er steht synonym für das Begehren der eigenen Mutter. Tatsächlich geschah das, wie wir wissen, in Sophokles’ antiker Tragödie jedoch völlig unwissentlich. Von Orakeln sollte man sich also fernhalten, wenn man noch eine Mutter besitzt – am Ende heiratet man sie gar. David Guterson hat die antike Ödipusgeschichte mit ,Ed King‘ in das Amerika …