Alle Artikel mit dem Schlagwort: neuerscheinungen

Ja, ist denn schon Herbst?

In der Buchbranche jedenfalls wird der kommende Sommer bereits zugunsten herbstlichen Nachschubes Literatur übergangen. Das ist nicht ungewöhnlich, auch im Kalendergeschäft beobachtet man ja regelmäßig, wie das Angebot von Kalendern für das Folgejahr dem Jahr selbst eklatant voraus ist. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, die wenig Raum lässt zum Atmen und Innehalten. Angesichts einer nahezu unübersichtlichen Masse an Neuerscheinungen haben es Buchhändler schwer, noch den Überblick zu bewahren. Was heute hoch gehandelt wird, ist schnell schon wieder vergessen und zugunsten des Neuen verdrängt. Wenn selbst der Buchhändler, den man nach landläufigen Gesichtspunkten wahrscheinlich als Vielleser und Ausnahmeerscheinung im Hinblick auf seinen Buchkonsum bezeichnen kann, nicht mehr Schritt halten kann – wie sollen es die Kunden? Nun kann man sagen, dass auch ein Verlag ein tragfähiges Unternehmen sein muss und es weniger darum geht, dem Kunden Zeit mit den neu erschienenen Büchern zu verschaffen als ihm ständig neue Kaufanreize zu bieten. Hier gilt derselbe Grundsatz wie in jedem Unternehmen. Und besonders angesichts der Fülle produzierten und veröffentlichten Materials ist es vollkommen klar, dass ein Großteil …

Das Frühjahr kommt immer früher.

Eigentlich sind wir ja erst mit einem Bein den Herbstprogrammen der Verlage entstiegen. Längst haben wir nicht alles gelesen, was wir uns vorgenommen haben, da trudeln schon wieder die nächsten Kataloge ein. Unermüdlich und in völliger Nichtachtung der Sachlage werden uns bereits neue Bücher präsentiert, die in Bälde erscheinen – und gelesen werden wollen. Ich habe die Weihnachtstage genutzt und Verlagsvorschauen gewälzt, um euch – gewissermaßen als Ausklang des Jahres – vorfreudig in das neue Jahr zu entlassen. Die DVA legt im nächsten Jahr gleich mehrere interessante Bücher vor. So zum Beispiel Fiona McFarlanes ,Nachts, wenn der Tiger komt’, das mit seiner Handlung durchaus in Konkurrenz zu einem Hitchcockstreifen treten könnte. Eine alte Dame in einem abgelegenen Haus und die ihr entgleitende Realität. Andreas von Flotow erzählt in ,Tage zwischen gestern und heute’ von der gewaltsamen Auflösung einer Familie und dem Jungen, auf dessen Rücken sie ausgetragen wurde. Im Piper Verlag erscheint mit Ramona Ausubels ,Der Anfang der Welt’ ein Roman, der fast wie ein Märchen anmutet. Ein kleines Dorf am Rande der Welt versucht, …