Alle Artikel mit dem Schlagwort: metrolit verlag

Bitte übernehmen Sie, Simone Lappert!

Das Schreiben begann für mich,.. ..mit dem Lesen. Die ersten Schreibversuche: wie das unbewusste Wippen des Fusses unter dem Tisch zu guter Musik. Die geöffneten Buchdeckel: offene Fenster, aus denen die gute Musik heraus tönte. Ein Buch muss… ..nichts. Außer vielleicht geschrieben werden; vielleicht weil: Es gibt ja auch gute Bücher, die nie geschrieben wurden, nur vorbereitet, skizziert, gehütet als Idee. Also muss ein Buch vielleicht zumindest gedacht werden. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich… ..Fragen wie: “und was machst du beruflich?” einfacher beantworten. Und ich könnte wohl anders lesen, nachlässiger, lustvoller, verantwortungsloser. Ein Kindheitstraum von mir war… ..Seite an Seite mit Lucky Luke durch den wilden Westen zu ziehen. Wenn ich nicht schlafen kann,.. ..versuche ich aufzuhören, es zu versuchen. Dokumentationen über Nagetiere, beispielsweise Eichhörnchen, können Wunder wirken. Völlig unterschätzt wird,.. ..der Nachmittag. An sich und als Arbeitszeit. Immer diese Oden an den frühen Morgen und die späte Nacht, die Mittagszeiten, Abende, die sogenannten blauen Stunden. Ich lobe mir die Unaufgeladenheit, die uneitle Bodenständigkeit zwischen halb zwei und fünf, in der es …

Ernst Haffner – Blutsbrüder

Über Ernst Haffner ist nicht viel bekannt. Vermutlich war er als Journalist und Sozialpädagoge tätig und lebte zwischen 1925 und 1933 in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verliert sich seine Spur, Ende der 30er wird er gemeinsam mit seinem Lektor zur Reichsschrifttumkammer zitiert. Danach taucht der Name Ernst Haffner nirgendwo mehr auf. Sein Buch, erstmals 1932 unter dem Titel ‘Jugend auf der Landstraße Berlin’ veröffentlicht, geriet in Vergessenheit. Peter Graf, Verleger des Schweizer Verlages Walde+Graf, hat beschlossen, dass dieses Zeitzeugnis zu lange unentdeckt in Schubladen und auf Dachböden geschlummert hat und veröffentlichte es neu. ,Dennoch ist dieser Roman, wenn man ihn heute liest, ein sehr zeitgemäßes und zugleich menschliches Plädoyer, den Blick auf das Schicksal des Einzelnen zu werfen, statt sich jener allgemeinen Angst zu ergeben, die überall spürbar ist und beinahe zwangsläufig die Herzen verengt. Das macht seine Lektüre für mich so wichtig.’, schreibt Peter Graf im Vorwort zum Roman, der bei Metrolit erscheint. Anfang der 30er Jahre auf den Straßen Berlins – viele Jugendliche sind aus Fürsorgeheimen, in denen häufig katastrophale Bedingungen …