Alle Artikel mit dem Schlagwort: messe

Die Buchmacher 2016

Am Wochenende rund um den Welttag des Buches am 23.April stand die Lübecker Petrikirche ganz im Zeichen unabhängigen Verlegens. Bereits zum zweiten Mal versammelten sich in eindrucksvoller Kulisse kleine, engagierte Verlage abseits des Mainstreams, um interessierten Leserinnen und Lesern sich selbst und ihr Programm vorzustellen. Manche Verlage waren bereits im letzten Jahr dabei, andere reisten zum ersten Mal an; darunter in diesem Jahr einige Kinder – und Jugendbuchverlage. Hier gab es nachhaltig produzierte und liebevoll gestaltete Kinderbücher aus den Verlagshäusern Moritz, Magellan, Peter Hammer und Jacoby & Stuart zu bestaunen. Bei vielen von ihnen ließen sich Bücher zum Thema Flucht und Neuanfang entdecken, so z.B. “Am Tag, als Saída zu uns kam” aus dem Peter Hammer Verlag, der im Übrigen auch schwerpunktmäßig Belletristik aus Afrika verlegt. Auch der Magellan Verlag hatte mit “Mein Freund Salim” ein Kinderbuch zur Flüchtlingsthematik im Gepäck, die Autorin Uticha Marmon las am Samstagmorgen aus ihrem Roman. Der Moritz Verlag beeindruckte mit seinem herrlich illustrierten Landkartenbuch “Alle Welt“, zu dem sich nun im Frühjahr auch ein “Meine Welt”-Malbuch gesellt hat. Es …

Leipziger Gewühl

Es war meine erste Buchmesse. Und vermutlich gehören Buchmessenbesuche auch zu den Dingen, die mit steigender Häufigkeit und Routine immer besser werden. Ich war bereits beim Ankommen schon erschlagen und uneins, wohin ich denn als erstes meinen Blick wenden sollte. Menschen über Menschen – und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese durch die Gänge schwappende Besuchermasse jetzt am Wochenende noch eine wesentliche Steigerung erfahren wird -, viele viele Bücher, gleichzeitige Veranstaltungen, Gespräche, Interviews. Eine Dauerbeanspruchung für einen Geist, der solcherlei Eindrücke schlecht filtern kann. Großartige Eindrücke, zweifelsohne, aber eben sehr viele davon. Meine erste kleine Veranstaltung erlebte ich zwischen der Buchkunst und zahlreichen Exponaten von Kunsthochschulen. Graphic Novels, wundervolle Postkarten und Poster, Scherenschnitte. An einem Stand war ein Kunststudent gerade damit beschäftigt, eine weiße Wand zu linieren. Sicherlich drei Meter lang war sie und seine Linien nicht ganz gerade, von etwas weiter weg aber sah sein Machwerk überraschend akkurat aus. Er versuche, sagten seine Kommilitoninnen, das Ganze hier etwas zu entschleunigen und zu beruhigen. Meditativ sei das ja irgendwie und gewissermaßen schreibe er …