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Meg Wolitzer – Die Stellung

Die 60er und frühen 70er sind die Zeit der sexuellen Revolution. Gespräche über sexuelle Erfüllung und Freizügigkeit sickerten aus den abgeschirmten vier Wänden des Privatraums in den öffentlichen Diskurs. In Meg Wolitzers neuem Roman ,Die Stellung’ tragen Roz und Paul Mellow auf ganz eigene Weise zu einem neuen Umgang mit Sexualität bei. Sie veröffentlichen ein Buch namens “The Pleasuring”, in dem sie über ihre sexuellen Erfahrungen und verschiedenste Sexstellungen, inklusive einer eigens erfundenen, berichten. Für die beiden ist das erfüllend und belebend, für ihre vier Kinder eine kleine Katastrophe. Als die Kinder Holly, Michael, Dashiell und Claudia im Wohnzimmer das Buch aus der Umarmung mit einem Bildband über Golden Retriever lösen, wissen sie noch nicht, welch schwerwiegende Folgen das haben wird, was sie auf den Seiten erblicken werden. Ihre eigenen Eltern, verschlungen im Liebesakt, ungemein freizügig und offenherzig. ,Pleasuring’ ist ein Buch, das Furore macht und ihren Eltern zu öffentlichen Vorträgen und einer gewissen Prominenz verhilft. Wäre es bloß dieses eine Exemplar neben den Golden Retrievern, ließe sich damit leben, vielleicht könnte man es sogar …

Meg Wolitzer im Interview

Foto: Nina Subin Gerade hat sie im Dumont Verlag einen Roman veröffentlicht, der nicht nur von Jonathan Franzen gelobt, sondern bisweilen sogar mit ihm verglichen wird. ,Die Interessanten‘ ist ein Buch über Freundschaft und das Leben, aber auch ein gesellschaftlicher Querschnitt durch viele Jahrzehnte amerikanischer Geschichte, von den Siebzigern bis heute. Ich hatte, was mich wirklich sehr freut, die Möglichkeit, Meg Wolitzer einige Fragen zu stellen. Das zweite Interview, neben Dorthe Nors, das ich auf Englisch geführt habe. Und die Antworten kamen tatsächlich den langen Weg von New York hierher! Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle natürlich an Meg Wolitzer selbst, aber auch an den Dumont Verlag, der das überhaupt möglich gemacht hat. Waren Sie jemals in einem Sommercamp und wenn ja, wo und wann? Ja, ich war mal in einem Sommercamp in Massachusetts, als ich fünfzehn war. Es war dem in ,Die Interessanten’ sehr ähnlich. Sie haben ,Creative Writing’ am Smith College und der Brown University studiert und unterrichten heute selbst. Wie ist es dazu gekommen? Denken Sie, dass man Schreiben lernen kann? …

Meg Wolitzer – Die Interessanten

Sie lernen sich in einem Feriencamp kennen, das die Talente junger Menschen fördern soll. Und obwohl ihre Leben sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln, erhalten sie dennoch Kontakt und Freundschaft aufrecht. Meg Wolitzer schreibt einen fast filmischen Roman über Freundschaft, Verlust und über die Bürde, etwas Besonderes sein zu müssen. Spirit-in-the-Woods, Anfang der 70er Jahre. Sechs Jugendliche sitzen zusammengepfercht in einem Tipi und diskutieren über Gott und die Welt. Für eine von ihnen, Julie Jacobson, wird dieser Sommer eine Kehrtwende bringen. Ihr Vater ist gerade gestorben, sie ist fünfzehn und fühlt sich im Kreis irgendwie fehl am Platz. Ist sie doch unscheinbar, ungeschickt, – weshalb sie förmlich zu diesem fast komspirativen Treffen eingeladen worden ist, weiß sie nicht. Doch im Laufe des vorbeiziehenden Sommers wird sie nicht mehr Julie, sondern Jules und die Gruppe fortan scherzhaft von sich selbst die Interessanten getauft werden. Zu ihnen gehören außer Jules der ästhetisch eher benachteiligte, aber zeichnerisch geniale Ethan Figman, der bereits zu dieser Zeit in einem Schuppen des Camps Trickfilme zeichnet. Ash und Goodman Wolf, die Gutaussehenden und …