Alle Artikel mit dem Schlagwort: martin luther king

Utopien für Hand und Kopf

Brauchen wir eigentlich Utopien? “Utopisch” wird gemeinhin das genannt, was unerreichbar erscheint, überambitioniert, versponnen. Der Duden gibt als Synonyme Worte wie Kopfgeburt und Luftschloss an. Also eher etwas für die Träumer, die lieber in ihren Visionen schwelgen statt realistische Maßnahmen anzustoßen. Tatsächlich erfüllt die Utopie aber einen sinnvollen Zweck in ihrer wagemutigen, manchmal vielleicht auch naiven Vorstellung der Zukunft. Mit den Utopien für Hand und Kopf bringt die Hamburger Edition Nautilus eine neue Reihe auf den Weg. Im Mittelpunkt stehen Texte, die eine bessere Welt zu denken wagen und sich damit bewusst gegen herrschende Interpretationsrahmen auflehnen. Sie denken die Welt weiter, erwägen die Möglichkeit der Veränderung und Entwicklung, statt bloß der Wahrung des Status Quo. Auch wenn es nach dem Diktum mancher kein Zeichen geistiger Gesundheit ist, Visionen zu haben, kann es für eine Vorwärtsentwicklung hilfreich sein, abseits ausgetretener Pfade zu denken, outside the box, sozusagen. Aus einer anderen Perspektive auf die Dinge zu schauen, vielleicht auch mit einer gewissen kindlichen Naivität und Offenheit, eröffnet manchmal Wege, wo zuvor keine waren. Das Design der Nautilus-Reihe …

Mark Long, Nate Powell & Jim Demonakos – Das Schweigen unserer Freunde

Mark Long ist ein amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Spieleentwickler. Gemeinsam mit Jim Demonakos, Gründer der jährlich stattfindenden Emerald City Comicon in Seattle, schrieb er die Geschichte zu “Das Schweigen unserer Freunde“, die auch viele Erlebnisse aus seiner eigenen Kindheit in den Südstaaten aufgreift. Nate Powell steuerte seinerseits die Illustrationen bei. Neben seiner zeichnerischen Tätigkeit im Graphic Novel – und Comicbereich besitzt er ein Plattenlabel und trat mit mehreren Punkbands auf. Für seine 2008 erschienene Graphic Novel Swallow Me Whole erhielt er 2009 den Eisner Award. ,Das Schweigen unserer Freunde‘ erschien unlängst bei Egmont. Der Titel dieser Graphic Novel geht auf ein Zitat Martin Luther Kings zurück: ,Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.‘ Wir befinden uns 1968 in Houston, Texas. Unruhen und Diskriminierung prägen das tägliche Leben, Schwarze und Weiße leben strikt voneinander getrennt, in einschlägig bekannten Stadtvierteln verteilt der Ku-Klux-Klan Einladungen zu seinen Zeremonien und Zusammenkünften. Jack Long ist Journalist und lebt mit seiner Familie in einem solchen Viertel. Er ist kein überzeugter …