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Literatour Nr.1

Vor etwas über zwei Wochen hatte ich lose angefragt, ob ihr Interesse an ,Literatur auf Tour‘ hättet, an Büchern also, die sich auf die Reise begeben, um durch möglichst viele Hände in möglichst viele Köpfe zu gelangen. Nun hat sich ein erster Kandidat gefunden, der das Wagnis aufzunehmen bereit ist. Martin Kordićs ,Wie ich mir das Glück vorstelle‘ ist ein beeindruckender und beklemmender Roman über den Bosnienkrieg aus der Sicht eines Kindes. Ein ungewöhnlicher Roman hinsichtlich seiner Konzeption und Sprache, ein Roman, der in Martin Kordić schon viel länger existiert als er die gedruckte Form angenommen hat. ,Wie ich mir das Glück vorstelle’ ist mit sechs anderen Romanen für den aspekte-Literaturpreis 2014 nominiert. Informationen zum Roman woanders Ein Artikel über Martin Kordics Roman in der Literarischen Welt. Rezensionen bei buzzaldrins, das graue Sofa und Perlentaucher. Martin Kordić: Wie ich mir das Glück vorstelle, Hanser Verlag, 169 Seiten, 9783446245297 Das Prozedere Um sich auf die Reise zu machen, braucht jedes Buch mindestens fünf Interessenten. Es wandert grundsätzlich also von einem Interessenten zum nächsten, das Porto trägt …

Martin Kordić – Wie ich mir das Glück vorstelle

Martin Kordić ist ein deutscher Autor und Lektor. 1983 in Celle geboren, studierte er am Institut für Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim und der Universität Zagreb. Er war Herausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste und künstlerischer Leiter des Literaturfestivals Prosanova. ,Wie ich mir das Glück vorstelle‘ ist sein erster Roman, erschienen im Hanser Verlag. Viktor ist anders. Anders als die meisten Kinder seines Alters. Als er von seiner Oma mit der Schinkengabel aus dem Bauch seiner Mutter geholt und gerade noch davor bewahrt wird, beim Betreten der Welt einen Genickbruch zu erleiden, ist er schief und schräg. Er muss ein Korsett tragen, die sogenannte ,Rückenspinne’, die durch stetigen Druck dauerhaft nässende Wunden an seinem Rücken hervorruft. In Viktors Land ist Krieg, den er, von seiner Familie getrennt, mit dem einbeinigen Dschib, einem Hund namens Tango und dem rothaarigen Mädchen zu überleben versucht. Seine Familie verliert Viktor bei einem vom Militär angeordneten Umzug, vom Dorf der Glücklichen, wie es genannt wird, auf die andere Seite des Flusses. Den einbeinigen Dschib indessen lernt Viktor auf einem Friedhof …