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Schreiben mit Vargas Llosa

Wie schreibt man eigentlich einen Roman? Worauf kommt es an? Beim großen Traum vom Schriftstellerdasein gerät gelegentlich aus dem Fokus, dass für das Schreiben nicht nur überschäumende Fantasie, sondern auch gewisses Handwerkszeug vonnöten ist, um eine überzeugende Geschichte zu erzählen. In mehreren (fiktiven) Briefen an einen Nachwuchsliteraten gibt Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa Einblick in die Mechanismen des Schreibens. Man erzählt sich, Loriot hätte Evelyn Hamann einst für eine Szene dutzende Male in einen Hundehaufen treten lassen; immer wieder, bis es beiläufig genug aussah. Die hohe Kunst ist es, die Künstlichkeit als solche nicht mehr wahrzunehmen, sondern sich völlig auf die Illusion einlassen zu können, es handle sich um reale Szenen. Das gilt für einen Loriot-Sketch wie für ein gelungenes Buch gleichermaßen. In zwölf unterschiedlich langen Briefen an “einen jungen Schriftsteller” (Briefe an tatsächlich existierende oder erdachte Empfänger zur Entfaltung von persönlichen Gedanken oder eines bestimmten Programms sind nicht selten; man denke an Jean Anouilhs “Briefe an eine junge Dame” oder Rilkes “Briefe an einen jungen Dichter”) öffnet Mario Vargas Llosa gleichsam den literarischen Werkzeugkasten. Unmittelbar …