Alle Artikel mit dem Schlagwort: margit mössmer

Bitte übernehmen Sie, Margit Mössmer!

Das Schreiben begann für mich.. wie für die meisten Menschen mit endlosen Zeilen AAAs und IIIs. Ein Buch muss.. neben Millionen und Milliarden anderen bestehen. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. Schaufenster dekorieren. Ein Kindheitstraum von mir war.. Schaufenster zu dekorieren. Wenn ich nicht schlafen kann.. werde ich zornig. Das muss man sich als ein kleines Wunder vorstellen, denn ich bin dem Affekt Zorn gegenüber schlecht disponiert. Völlig unterschätzt wird.. Von mir persönlich? Wie klein ich auf manche Menschen wirken muss. Wenn ich Musik höre,.. drücke ich sehr oft auf Repeat. Ich höre Lieder gerne zu Tode. Das heißt alle Lieder, die ich höre, habe ich bereits getötet. Ich lebe mit toten Liedern. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ja zu Kaffeehausschreiben und Filmbarkritzeln. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es.. Trottel zu verteidigen. Literatur kann.. mir natürlich eine Idee davon vermitteln, wie andere Menschen auf die Welt schauen. In die Welt schauen. Je fremder mir die Welt ist, von der mir jemand erzählt, umso besser. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn sich ein Bobo …

Margit Mössmer – Die Sprachlosigkeit der Fische

Gerda ist überall und nirgends. Sie streift durch London, Istanbul, New York, Madrid und Paris. Sie heilt einen vermeintlich alzheimerkranken Hahn, ist Bürgermeisterin in Catania und verkauft im Foyer des Belle Pigalle Karten für eine mittelmäßige Burlesque Show. Margit Mössmers Gerda-Fragmente sind völlig verrückt und abgedreht, irgendwas zwischen Märchen und Reisebericht. Gerda ist eine ungewöhnliche junge Frau und – so scheint es jedenfalls – überall auf der Welt zuhause. Heutzutage ist das Reisen in mehr oder weniger ferne Länder freilich kein Luxus mehr oder eine Absonderlichkeit, absonderlich ist aber durchaus, was Gerda mitunter erlebt. Da wird im spanischen Stierkampf ein Torero auf die Spitze eines Kirchturms geschleudert, in dem er fortan lebt. Sie selbst wird von einer Seerose in der Mitte des Bleder Sees auf den Grund gezogen, wo sie zum ersten – aber nicht endgültigen – Mal stirbt. Und schließlich gerettet wird von einem Mann namens Francesco Albani, der seit Jahren die Zeit damit verbringt, Dinge aus dem Wasser zu ziehen. Ein Hase, der Gerda ohne ihr Zutun gefolgt ist, verdurstet in seinem Käfig. …