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Wortreiche Geschenke

Das Weihnachtsfest naht schnellen und festen Schritts. Und wieder einmal stellt sich jeder von uns die bange Frage nach dem passenden Weihnachtsgeschenk. Trotzdem immer wieder hartnäckig der Niedergang des Lesens, des gedruckten Buches insgesamt, prophezeit wird, landen jedes Jahr eine Menge literarische Geschenke unter den heimischen Weihnachtsbäumen. Allen Unkenrufen zum Trotz verschenken wir immernoch Eintrittskarten in fremde Welten, Passierscheine für die Brücken, die aus dem Alltag hinausführen und uns andere Perspektiven eröffnen. Dennoch alljährlich dieselbe Frage: Welche Bücher verschenken? Bei rund 90.000 Neuerscheinungen jedes Jahr fällt die Entscheidung nicht leicht – und da sind noch nicht einmal die zahlreichen Klassiker eingerechnet, die bereits seit Jahrzehnten beliebt und begehrt sind. Von mir nun ein kleiner Überblick schenkenswerter Werke, von humorvoll bis tragisch, von unterhaltsam bis literarisch. Was Weihnachten unter der nadelnden Nordmanntanne liegen darf, kann, muss oder sollte. Der Einfachheit halber in Kategorien eingeteilt. Geschichte Bücher, die sich historischen Gegebenheiten widmen oder ihre Erzählung bewusst in einer bereits vergangenen Epoche ansiedeln, gibt es viele. Ich habe drei verschiedene zusammengetragen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise …

Nick Dybek – Der Himmel über Greene Harbor

Nick Dybek ist ein amerikanischer Autor. Aufgewachsen in Kalamazoo, Michigan, hat er mit dem kommerziellen Fischfang zwar zunächst wenig zu tun, liest sich aber in das Thema ein, fest davon überzeugt, dass es diese Geschichte ist, die er erzählen muss. Mit seiner Kurzprosa gewann er bereits mehrere Preise. ,Der Himmel über Greene Harbor’ ist sein Debütroman (im Original: When Captain Flint Was Still A Good Man), erschienen im mare Verlag, ins Deutsche übersetzt von Frank Fingerhuth. Viele von uns haben vermutlich in jungen Jahren Stevensons Schatzinsel gelesen. Ich bekam schon früh eine Ausgabe dieses klassischen Abenteuerromans in die Hände, doch es sollten noch so einige Jahre ins Land gehen, bis ich ihn tatsächlich las. Als Kind verschreckten mich doch die Schilderungen verstümmelter Finger und zahnloser Münder zu sehr und so landete Stevenson wieder im Regal. Nick Dybeks Ich-Erzähler hingegen, der 14-jährige Cal, ist völlig fasziniert von Stevensons Schatzinsel, insbesondere aber von Long John Silver, über den er seinen Vater immer wieder ausfragt. War er immer böse? Und wenn nicht, wie ist er böse geworden? Cal …