Alle Artikel mit dem Schlagwort: leipziger buchmesse

Was von der Messe übrig blieb

Preisträger Jan Wagner Die Leipziger Buchmesse 2015 ist vorbei – und mit ihr randvolle Tage mit spannenden Begegnungen. Ein Messebesuch ist immer bis zu einem gewissen Grad Hochleistungssport und ist sie zu Ende, empfindet man ein unbestimmtes Gefühl des Verlusts. Dieses Jahr war insofern ein ganz besonderes, als die Leipziger Buchmesse sich zum ersten Mal entschlossen hat, Blogger stärker in den Messeablauf zu integrieren. Dafür sorgte nicht nur die Bloggerlounge, die so manch Fußlahmen mit der Begründung abweisen musste, hier hätten nur Blogger Zutritt, sondern auch die Aktion ,Bloggerpaten‘, die fünfzehn Bloggern ermöglichte, die nominierten Titel für den Preis der Leipziger Buchmesse vorab zu lesen. Und selbstverständlich zu rezensieren. Teil dieser besonderen Hinwendung zur Bloggerlandschaft waren auch die Eintrittskarten für die Eröffnungsveranstaltung im Leipziger Gewandhaus am Mittwochabend vor Messebeginn. Geehrt wurde an diesem Abend der rumänische Autor Mircea Cărtărescu, der den Preis der Leipziger Buchmesse für europäische Verständigung erhielt. Ein ausnehmend bescheidener Preisträger bedankte sich für Blumen sprich – und wortwörtlicher Natur. Sein Lieblingsautor, sagt er noch in seiner Dankesrede, sei Franz Kafka, weil der …

Leipziger Gewühl

Es war meine erste Buchmesse. Und vermutlich gehören Buchmessenbesuche auch zu den Dingen, die mit steigender Häufigkeit und Routine immer besser werden. Ich war bereits beim Ankommen schon erschlagen und uneins, wohin ich denn als erstes meinen Blick wenden sollte. Menschen über Menschen – und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese durch die Gänge schwappende Besuchermasse jetzt am Wochenende noch eine wesentliche Steigerung erfahren wird -, viele viele Bücher, gleichzeitige Veranstaltungen, Gespräche, Interviews. Eine Dauerbeanspruchung für einen Geist, der solcherlei Eindrücke schlecht filtern kann. Großartige Eindrücke, zweifelsohne, aber eben sehr viele davon. Meine erste kleine Veranstaltung erlebte ich zwischen der Buchkunst und zahlreichen Exponaten von Kunsthochschulen. Graphic Novels, wundervolle Postkarten und Poster, Scherenschnitte. An einem Stand war ein Kunststudent gerade damit beschäftigt, eine weiße Wand zu linieren. Sicherlich drei Meter lang war sie und seine Linien nicht ganz gerade, von etwas weiter weg aber sah sein Machwerk überraschend akkurat aus. Er versuche, sagten seine Kommilitoninnen, das Ganze hier etwas zu entschleunigen und zu beruhigen. Meditativ sei das ja irgendwie und gewissermaßen schreibe er …