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Leipziger Gewühl

Es war meine erste Buchmesse. Und vermutlich gehören Buchmessenbesuche auch zu den Dingen, die mit steigender Häufigkeit und Routine immer besser werden. Ich war bereits beim Ankommen schon erschlagen und uneins, wohin ich denn als erstes meinen Blick wenden sollte. Menschen über Menschen – und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese durch die Gänge schwappende Besuchermasse jetzt am Wochenende noch eine wesentliche Steigerung erfahren wird -, viele viele Bücher, gleichzeitige Veranstaltungen, Gespräche, Interviews. Eine Dauerbeanspruchung für einen Geist, der solcherlei Eindrücke schlecht filtern kann. Großartige Eindrücke, zweifelsohne, aber eben sehr viele davon. Meine erste kleine Veranstaltung erlebte ich zwischen der Buchkunst und zahlreichen Exponaten von Kunsthochschulen. Graphic Novels, wundervolle Postkarten und Poster, Scherenschnitte. An einem Stand war ein Kunststudent gerade damit beschäftigt, eine weiße Wand zu linieren. Sicherlich drei Meter lang war sie und seine Linien nicht ganz gerade, von etwas weiter weg aber sah sein Machwerk überraschend akkurat aus. Er versuche, sagten seine Kommilitoninnen, das Ganze hier etwas zu entschleunigen und zu beruhigen. Meditativ sei das ja irgendwie und gewissermaßen schreibe er …