Alle Artikel mit dem Schlagwort: laufen

Bitte übernehmen Sie, Isabel Bogdan!

Gerade ist ihr neuer Roman Laufen erschienen. Trotz vollen Terminkalenders hat sich Isabel Bogdan ein paar Minuten Zeit für meine Interviewreihe genommen. Das Schreiben begann für mich … mit dem Übersetzen. Dann kam das Bloggen. Dann die ersten Kurzgeschichten, dann der erste Roman, jetzt der zweite. Ein Buch muss … etwas in mir anrichten. Oder in jemand anderem. Irgendein Gefühl auslösen, es muss berühren, unterhalten, fordern, amüsieren, was auch immer. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich … Bücher übersetzen. Sonst kann ich nichts. Ein Kindheitstraum von mir war … Eis mit Erdbeeren und Sahne. Ist auch mein Erwachsenentraum. Wenn ich nicht schlafen kann … ärgere ich mich. Aber das passiert kaum, Schlafen gehört zu meinen verlässlichsten Kompetenzen. (Die schmutzige Wahrheit ist: Dann mache ich Sudokus.) Völlig unterschätzt wird … Das sind ja alles Literaturfragen, nicht wahr? Platz für eine Empfehlung? Ein Roman, der leider viel zu wenig Beachtung gefunden hat, ist „Wir leben hier, seit wir geboren sind“ von Andreas Moster. Wenn ich Musik höre … muss ich mitsingen. Das ist nicht schön! …

Isabel Bogdan – Laufen

Eine Frau läuft. An der Alster entlang und überholt von passionierten Langstreckenläufern mit Tracking-Gadgets versucht sie, in der Bewegung den Verlust zu begreifen, den sie gerade erlitten hat. Laufen ist ein Bewusstseinsstrom und die Rückeroberung eines Lebens. Laufen, so heißt es immer wieder, ordnet die Gedanken. Ein absichtsloses Spazieren ebenso wie die Fortbewegung im Laufschritt. Die Bewegung gibt den Rhythmus vor und Gedanken können ungehindert fließen. Von Ordnung ist in den Gedanken von Isabel Bogdans Protagonistin zunächst wenig zu spüren. Es ist lange her, dass sie zuletzt gelaufen ist. Jetzt versucht sie das Laufen zu nutzen, um mit sich selbst in inneren Dialog zu treten. Unlängst hat ihr Partner sich das Leben genommen. Alles ist überschattet von dieser Katastrophe, die zu viele Fragen hinterlassen hat, um sie jemals zu beantworten. Die Protagonistin wusste von seiner Depression, deren Ausmaß als Krankheit sie erst wirklich zu begreifen beginnt, als es zu spät ist. Sie macht sich Vorwürfe. Das Leid des Partners nicht bemerkt zu haben, keine ausreichende Stütze gewesen zu sein. Sie ist wütend, dass er sie …