Alle Artikel mit dem Schlagwort: kunstmann

Wortreiche Geschenke

Das Weihnachtsfest naht schnellen und festen Schritts. Und wieder einmal stellt sich jeder von uns die bange Frage nach dem passenden Weihnachtsgeschenk. Trotzdem immer wieder hartnäckig der Niedergang des Lesens, des gedruckten Buches insgesamt, prophezeit wird, landen jedes Jahr eine Menge literarische Geschenke unter den heimischen Weihnachtsbäumen. Allen Unkenrufen zum Trotz verschenken wir immernoch Eintrittskarten in fremde Welten, Passierscheine für die Brücken, die aus dem Alltag hinausführen und uns andere Perspektiven eröffnen. Dennoch alljährlich dieselbe Frage: Welche Bücher verschenken? Bei rund 90.000 Neuerscheinungen jedes Jahr fällt die Entscheidung nicht leicht – und da sind noch nicht einmal die zahlreichen Klassiker eingerechnet, die bereits seit Jahrzehnten beliebt und begehrt sind. Von mir nun ein kleiner Überblick schenkenswerter Werke, von humorvoll bis tragisch, von unterhaltsam bis literarisch. Was Weihnachten unter der nadelnden Nordmanntanne liegen darf, kann, muss oder sollte. Der Einfachheit halber in Kategorien eingeteilt. Geschichte Bücher, die sich historischen Gegebenheiten widmen oder ihre Erzählung bewusst in einer bereits vergangenen Epoche ansiedeln, gibt es viele. Ich habe drei verschiedene zusammengetragen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise …

Ein Bücherherbst

… wie er im Buche steht Wer im Buchhändlerischen oder Verlegerischen tätig ist, wird die letzten Wochen vor allem mit dem Wälzen und Sichten von Verlagsvorschauen verbracht haben. Vorfreude und die bange Frage, in welcher Zeit man sich eigentlich mit all dem beschäftigen soll, was da wieder auf einen einströmen wird, wechselten sich regelmäßig ab. Vieles steht dieses Jahr im Zeichen des diesjährigen Gastgeberlandes der Frankfurter Buchmesse – Brasilien. Ich habe mal eine kleine (!) Auswahl von Büchern zusammengestellt, die auf Anhieb mein Interesse geweckt haben – und erhebe natürlich keinerlei Anspruch auf “Vollständigkeit”. Man könnte mit den teils doch hochinteressanten Herbstprogrammen vermutlich einen eigenen Blog füllen! Bei Rowohlt erscheint ein neuer Roman von Daniel Kehlmann, ein Roman über drei Brüder, die alle auf ihre Art und Weise Hochstapler und Betrüger sind. Ein Roman im unmittelbaren Umfeld der Finanzkrise, ein Familienroman der besonderen Art. Auch von Horst Evers (“Wäre ich du, würde ich mich lieben“) dürfen wir einen neuen Erzählband erwarten, ebenso wie von Paul Auster. Im Wallstein Verlag erwartet uns ein Roman, der zum …

Ein Interview mit Björn Bicker!

Ergänzend zu meiner Rezension zu Björn Bickers ‘Was wir erben‘ hier ein kleines Interview, zu dem sich Herr Bicker freundlicherweise bereit erklärt hat! In Ihrem Roman ‘Was wir erben’ geht es um die dunklen Flecken im Konstrukt Familie, um das, was sie uns mit auf den Weg gibt, wenn sie uns ins Leben entlässt. Was bedeutet Familie für Sie? Ich kann mir mich selbst ohne Familie gar nicht vorstellen. Das ist eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Die Familie, in die ich hineingeboren wurde, konnte ich mir nicht aussuchen. Das ist Verwandtschaft, der man ausgeliefert ist, die einen prägt, positiv wie negativ. Alles spätere wird in diesem Verbund angelegt. Manchmal kommt es mir so vor, als bestünde das ganze Leben darin, sich von bestimmten familiären Bindungen zu lösen. Aber dann kommt ja auch noch die Familie, die man sich selbst aussucht. Wahlverwandtschaft. Und dann kommen Kinder und diese Verstrickungen gehen weiter. Ob wir wollen oder nicht. Kann schön sein. Kraft geben. Liebe ist wohl das Entscheidende und eine gute Portion Wissen über sich selbst. Damit es gelingt. …