Alle Artikel mit dem Schlagwort: kroatien

Ivica Djikic – Ich träumte von Elefanten

Ivika Djikic ist ein bosnischer Autor und Journalist. Sein 2003 erschienener Debütroman ,Circus Columbia‘ wurde verfilmt und erzählt die Geschichte eines jungen Bosniers, der nach dem Ende kommunistischer Führung in seine kleine Heimatstadt zurückkehrt und sich, kurz vor Ausbruch der Balkankriege, in dieser neuen Gesellschaft nicht zurechtfinden kann. ,Ich träumte von Elefanten’, erschienen in der Übersetzung von Patrik Alac im Kunstmann Verlag, widmet sich nun der Zeit nach dem Krieg, – und mit ihr einer familiären Tragödie und einem zerfallen(d)en Land. Ich hatte ihr nicht alles erzählt, was ich wusste, aber genug, um alle von ihren Sesseln aufspringen zu lassen. Ich erwähnte nicht viele Namen. Ich sprach über einige unserer Morde. Über die Kriterien, nach denen die Leute ausgewählt wurden, und über die Methoden, mit denen wir die Serben töteten. Über nächtelange Folter. Die Zeitung veröffentlichte alles, alles was ich gesagt, das heißt, alles, was Nada aufgeschrieben hatte. Das ganze Land hörte wieder von mir, überall fanden sich Fotos von mir. Kurz danach werden viele Kroaten wieder von dem Mann hören, der sich einer Journalistin …

Roman Simić – Von all den unglaublichen Dingen

Roman Simić ist ein kroatischer Autor und Verlagslektor. Simić war Herausgeber der wichtigsten kroatischen Literaturzeitung Quorum und ist noch Organisator und Programmdirektor des Festival Of European Short Story. Er gewann bereits mehrfach den Goran Preis für junge Dichter. Ich habe bereits Simićs ersten Erzählband ,In was wir uns verlieben‘ hier besprochen, ,Von all den unglaublichen Dingen‘ erschien im September 2013 wie sein Vorgänger bei Voland und Quist in der Übersetzung von Brigitte Döbert. ,Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen‘, schrieb Ludwig Wittgenstein. Vielleicht könnte man diesen Leitsatz etwas modifizieren und sagen: Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schreiben. Von unglaublichen, unsagbaren Dingen, die erst mittels Sprache Gestalt annehmen. So jedenfalls erscheint es einem, wenn man Roman Simićs Erzählungen liest. Sie alle handeln von Menschen in Einsamkeit, in Extremsituationen, abgeschnitten von der Alltäglichkeit. In allen seinen Geschichten spielt der Kroatienkrieg Anfang der 90er eine zentrale Rolle, wie ein konstanter Ton unterlegt er die verschiedenen Schicksale. Nicht um die Gräuel des Krieges geht es, jedenfalls nicht vorrangig, es geht um die Menschen. Darum, …