Alle Artikel mit dem Schlagwort: kristine bilkau

Kristine Bilkau im Interview!

© Thorsten Kirves Ihr Debütroman ,Die Glücklichen‘ ist ein beeindruckendes Gesellschaftsporträt, in seinem Zentrum die Ängstlichen, die Lebensoptimierer, für die jeder Fehler den Verlust ihres persönlichen Glücks bedeuten könnte. Scheitern müssen wir wieder lernen, Perfektion ist Stillstand. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich Kristine Bilkau zum Interview getroffen. Sie sind auch Journalistin. Wie sind sie vom journalistischen zum literarischen Schreiben gekommen? Ich habe schon während des Studiums literarisch geschrieben, aber war immer zu schüchtern und zu unsicher, um es irgendjemandem zu verraten. Ich habe das immer schön heimlich gemacht und versucht, mich nebenbei dort zu verwirklichen, wo es eben ging. Zum Beispiel habe ich meine Magisterarbeit so geschrieben, dass sie besonders schön war und mein Professor sagte dann: ,Das war aber angenehm zu lesen’. Ich habe das also irgendwie in andere Kanäle laufen lassen. Im Journalismus habe ich auch gemerkt, dass es mich eingrenzt, dass ich mich an Informationen halten muss und nicht das schreiben kann, was ich gerne schreiben würde. Mit dem ersten Prosatext bin ich 2008 rausgegangen, als ich ihn zum open mike …

Kristine Bilkau – Die Glücklichen

Isabell und Georg sind junge Eltern. Sie Cellistin und er Journalist. Beide werden immer wieder von Versagensängsten und Leistungsdruck geplagt, die nach und nach ihr Leben zum Erliegen bringen. Wohin führt der Anspruch, alles im Leben richtig, besser machen zu wollen als die Eltern? Und wie nützlich kann das Scheitern sein? Kristine Bilkau erzählt in ihrem Debütroman eine hochaktuelle Geschichte zweier Menschen, deren größte Angst das Verlieren und Scheitern ist. Es beginnt damit, dass Isabells Bogenhand zittert. Schon beim Stimmen ihres Instruments fühlt sie sich von ihren Orchesterkollegen beobachtet, kritisch gemustert. Was, wenn sie sich verspielt, ihren Einsatz verpasst? Was, wenn die anderen ihr Zittern, ihre Unzulänglichkeit bemerken und ein harsches Urteil fällen? Nicht nur über sie als Musikerin, sondern über sie als Mensch. Sie liest über Musiker und Musikerinnen, die nach einem psychischen Zusammenbruch nie mehr auf die Bühne zurückkehren konnten. Was denken wohl die anderen Mütter über sie, wenn sie ihren kleinen Sohn aus der Kita abholt? Auch Georg als Journalist sieht sich dem Umbruch in seiner Branche vergleichsweise hilflos gegenüber, ständig stehen …