Alle Artikel mit dem Schlagwort: kerstin preiwuß

Bitte übernehmen Sie, Kerstin Preiwuß!

© Jorinde Gersina Das Schreiben begann für mich… ..als Kind, mit einem Füller, den mir meine Lehrerin für meine Geschichten mit dem Zeugnis übergab. Davor war ich viel für mich gewesen, hatte mir Lieder während etlicher Streifzüge durch das Unterholz ausgedacht. Danach wollte ich schreiben. Ein Buch muss … ..dauern. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich … Das kann ich mir nicht oder nicht mehr vorstellen. Ein Kindheitstraum von mir war … ..Meeresforscherin zu werden nach dem Vorbild Jaques Cousteaus. Es gibt das Meereskundemuseum in Stralsund, das habe ich in meiner Kindheit oft besucht und mir dann vorgestellt, wie ich Ozeane durchschwimme. Wenn ich nicht schlafen kann, … ..gebe ich mich dem Wunschdenken hin oder hänge meinen Erinnerungen nach. Völlig unterschätzt wird … ..Kitsch. Wenn ich Musik höre, dann … ..kann ich mich immer in sie zurückziehen. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: Ich bleibe häufig einfach stehen und schreibe etwas in mein Notizbuch, egal, ob vor einem Wildschweingehege im Wald oder im Supermarkt. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es, … Ich muss immer …

Kerstin Preiwuß – Restwärme

Eine junge Frau kämpft mit ihren eigenen und den Dämonen ihrer Familie, deren Ursprünge tief in deutscher Geschichte verwurzelt sind. Was in der Lesung von Kerstin Preiwuß beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis vielmehr wie eine Einführung in die Nerzzucht vor dem fast schmerzlich hervortretenden Hintergrund des Holocaust anmutete, präsentiert sich im Ganzen als eine Familiengeschichte wie es viele gibt. Überschattet von Erinnerungen, die selbst Jahrzehnte später das Handeln beeinflussen. Wenn man über den Titel ,Restwärme’ nachdenkt, beschleicht einen das Gefühl, dass es nur ein kleiner Rest Wärme sein kann, der in dieser Familie zurückgeblieben ist. Genug, um das Weiterleben zu ermöglichen, gerade so. Kein Quäntchen zuviel Herzlichkeit. Protagonistin Marianne fährt aus Berlin in die mecklenburgische Provinz, um ihre Familie zu besuchen. Anlass ist der Tod des Vaters, der die Familie über Jahre hinweg mit seinem Jähzorn, seinem Alkoholkosum und seiner Eifersucht terrorisierte. Bei Nachbarn und Dorfbewohnern ein geschätzter und anerkannter Mann, für seine Angehörigen ein Löwe, der in der Höhle nun endlich Luft zum Atmen lässt. Im Wechsel zwischen Rückblenden und Gegenwart gewährt Kerstin Preiwuß Einblick in …