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Steine im Bauch

Eine Mutter entdeckt ihre Berufung in der Aufnahme von Pflegekindern. Ihr leiblicher Sohn droht daran zu zerbrechen. Jon Bauers Debütroman ist eine Geschichte so intensiv wie ungewöhnlich. Er stellt nicht die Frage nach dem Schicksal der Pflegekinder, er fragt nach dem Kind, das dafür zurücksteckt, immer wieder. Für ,Steine im Bauch’ erhielt Jon Bauer 2011 u.a. den Indie Award For Debut Fiction. Weil seine Mutter schwer an Krebs erkrankt ist und ein aggressiver Hirntumor sie bereits in einen Menschen verwandelt, der ihm fremd wird, kehrt der namenlose Protagonist nach Hause zurück. Seine Mutter kann kaum noch sprechen, ist dringend auf Pflege angewiesen und kann ihm wenig entgegensetzen als er angesichts ihrer so offensichtlichen Schwäche wieder gedanklich in die Vergangenheit zurückkehrt. Nicht immer war sie so schwach und hilflos, viel mehr war er es oft, der ein offenes Ohr und Unterstützung gebraucht hätte. Stattdessen schenkte seine Mutter den wechselnden Pflegekindern ihre Liebe und Aufmerksamkeit, denen, die es nicht so gut hatten wie er. Und schafft damit ironischerweise eine Art Pflegefamiliensituation für ihr eigenes Kind, das sich …