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John Williams – Butcher’s Crossing

Nach einer eher gemächlichen Lebens – und Leidensgeschichte rund um einen Uniprofessor kann der neue Roman von John Williams – erstmals erschienen übrigens 1960 – mit Fug und Recht als das ganze Gegenteil bezeichnet werden. Es geht um harte Männer, erbarmungslose Naturgewalten und das nahezu manische Abschlachten von Vieh zur eigenen Bereicherung. Ist es trotzdem spannend? Und wie! William Andrews ist jung und auf der Suche. Als Harvardstudent ist er leidlich vertraut mit den Lebensentwürfen und Ideen der Stadtbevölkerung, ihn zieht es, frei nach Ralph Waldo Emerson, mehr in die Natur, ins weite Land. Dorthin, wo der einzelne Mensch nicht mehr beständig um sich selbst kreist; dorthin, wo er sich entweder völlig verliert, weil er bedeutungslos wird oder endlich findet, weil er nicht mehr ständig abgelenkt ist. Es ist um 1870, als Andrews in Butcher’s Crossing eintrifft. Es ist eine kleine Gemeinde, die vom Fellhandel lebt und davon abgesehen nicht viel mehr als einen spärlich beleuchteten Pub und einige Absteigen zu bieten hat. Seit einigen Jahren schon werden die Büffelherden immer kleiner, die Jagderfolge immer …

John Williams – Stoner

John Williams (1922-1994) war ein amerikanischer Autor und Herausgeber. Er studierte Englische Literatur, lehrte an der University of Denver und unterrichtete bis zu seiner Emeritierung 1985 im Rahmen desdortigen Creative Writing Programs. Williams war außerdem Gründer der Literaturzeitschrift Denver Quarterly. Für Augustus, einen historischen Roman über Kaiser Augustus, wurde Williams 1973 mit dem National Book Award ausgezeichnet. Stoner erschien erstmals 1965 und wurde nun, fast fünfzig Jahre später, von Bernhard Robben ins Deutsche übertragen. Es erscheint im Deutschen Taschenbuchverlag. Stoner ist ein Roman, wie ihn das Leben schreibt. Wer sich einen Moment Zeit für die Biographie John Williams’ nimmt, wird feststellen, dass ihn sehr viele Gegebenheiten mit dem etwas lakonischen Professor für Englische Literatur verbinden. Aufgewachsen auf der Farm seiner Eltern war es für William Stoner ein ungeschriebenes Gesetz,eines Tages seinem Vater als Farmer nachzufolgen. Nahezu widerwillig lässt er sich auf den Vorschlag ein, an der Universität Agrarwirtschaft zu studieren, es ist weniger eine Leidenschaft, denn eine Notwendigkeit, die ihn dazu treibt. Mit Interesse und Pflichtbewusstsein absolviert er sein Studium, bis er eines Tages in …