Alle Artikel mit dem Schlagwort: jens steiner

Bitte übernehmen Sie, Jens Steiner!

© Marc Wetli Das Schreiben begann für mich.. als ich begriff, dass Lesen allein die Schlaflosigkeit nicht lindert. Ein Buch muss.. mir zeigen, wie die Dinge sind, aber auch, dass sie anders sein könnten. Ich möchte, dass ein Buch mir von der Veränderlich- und Veränderbarkeit des Lebens erzählt, von den sich wandelnden Bedingungen der Liebe, des individuellen und kollektiven Glücks, des Heranwachsens, des Altwerdens, des Sterbens. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. mich endlich wie ein rechter Schweizer verhalten und anständig Geld verdienen. Ein Kindheitstraum von mir war.. Fliegen. Unsichtbar sein. Ein Däumling sein. Ein Riese sein. Sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen können. Kinetische Fantasien hege ich immer noch, allerdings hat das Leben ihnen die Flügel gehörig gestutzt. Heute träume ich höchstens davon, ein guter Slackliner zu werden, vor meinem vierzigsten Geburtstag nochmals den Kopfsprung vom Dreimeterbrett zu schaffen, einmal einen ganzen Hang nur auf dem linken Ski hinunterzubrettern. Wenn ich nicht schlafen kann.. schreibe ich. Völlig unterschätzt wird.. connectedness, die sich aus offline ergibt. Online winkt dein Hirn Input auf Input an deinem …

Jens Steiner – Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit

In Jens Steiners neuem Roman überstürzen sich die Dinge nicht selten in loriot’scher Zimmerverwüstungsdynamik. Eines greift unwillentlich ins nächste, was ursprünglich eine politische Aktion war, wird plötzlich zur unfreiwilligen Familienzusammenführung. Und zwischen allem und jedem: Schopenhauers Pudel und ein descartscher Homunkulus. Dieses Tableau an Skurrilitäten ist zwar genauso absurd wie es klingt, macht deshalb aber mitnichten weniger Spaß. Eigentlich ist Paul Kübler ein ganz normaler Philosophiestudent. Gemeinsam mit seinem Freund Magnus bildet er gewissermaßen eine eigene Einheit innerhalb der Studentenschaft. Die beiden nehmen ihr Studium und seine Inhalte nicht ganz so verbissen, lesen statt Parmenides auch Perry Rhodan und tun sich gelegentlich mit manch scharfsinniger Betrachtung ihres Umfelds hervor. Ihr größter Coup soll ihnen aber gelingen, als Medienmogul Henri Kudelka sich für einen Vortrag auf dem Universitätsgelände ankündigt. Er, dem nachgesagt wird, dass er mehrere Zeitungen besitzt und kontrolliert, will zur Zukunft der Printmedien im 21.Jahrhundert referieren. Das stachelt die beiden Sonderlinge zu einer politisch-motivierten Aktion an, die beweisen soll, wes Geistes Kind Kudelka tatsächlich ist. Nämlich einer, der Macht hat und Macht nutzt, um …