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Regalinspektion und zehn Tipps für den Herbst

Foto: Timon Först Der Herbst ist da. Sagt man. Vielfach wird er missmutig begrüßt, das schlechte Wetter löst allerorten eher negative Befindlichkeiten aus. Ich gebe ja zu: Bei mir nicht. Ich mag’s, wenn’s draußen regnet. Und da langsam die Dämmerung aufzieht, dachte ich, ich gewähre mal einen kleinen Blick in meine zahlreichen Bücherdepots (Regale und sämtliche freie Plätze) und gebe, damit es kein reiner Fotopost wird, zehn Buchtipps für die düstere, etwas melancholische Jahreszeit. Kann losgehen, oder? Man könnte annehmen,  das alles hätte eine Ordnung. Hat es nicht. Ich lese immer ganz angetan davon, wie Leute stundenlang ihre Bücherregale umräumen, neue Sortierungsmechanismen einführen und verwerfen. Bei mir steht seit jeher alles durcheinander. Vielleicht, weil ich mich dann immer wieder an neuen Entdeckungen erfreuen kann, weil sie längst vergessen waren. Vielleicht, weil ich so immer alles mal in der Hand habe, wenn ich etwas suche. Es könnte ja schließlich überall sein. Idole müssen dringend sichtbar platziert sein. Zur gelegentlichen Hebung der Stimmung. Tatsächlich sind viele Bücher Flohmarkterwerbe. Eigentlich wollte man diesmal ja was ganz anderes kaufen, …

Ja, ist denn schon Herbst?

In der Buchbranche jedenfalls wird der kommende Sommer bereits zugunsten herbstlichen Nachschubes Literatur übergangen. Das ist nicht ungewöhnlich, auch im Kalendergeschäft beobachtet man ja regelmäßig, wie das Angebot von Kalendern für das Folgejahr dem Jahr selbst eklatant voraus ist. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, die wenig Raum lässt zum Atmen und Innehalten. Angesichts einer nahezu unübersichtlichen Masse an Neuerscheinungen haben es Buchhändler schwer, noch den Überblick zu bewahren. Was heute hoch gehandelt wird, ist schnell schon wieder vergessen und zugunsten des Neuen verdrängt. Wenn selbst der Buchhändler, den man nach landläufigen Gesichtspunkten wahrscheinlich als Vielleser und Ausnahmeerscheinung im Hinblick auf seinen Buchkonsum bezeichnen kann, nicht mehr Schritt halten kann – wie sollen es die Kunden? Nun kann man sagen, dass auch ein Verlag ein tragfähiges Unternehmen sein muss und es weniger darum geht, dem Kunden Zeit mit den neu erschienenen Büchern zu verschaffen als ihm ständig neue Kaufanreize zu bieten. Hier gilt derselbe Grundsatz wie in jedem Unternehmen. Und besonders angesichts der Fülle produzierten und veröffentlichten Materials ist es vollkommen klar, dass ein Großteil …