Alle Artikel mit dem Schlagwort: Griechenland

Andreas Schäfer – Gesichter

Andreas Schäfer ist ein deutscher Autor und Journalist. Er studierte Germanistik sowie Kunst – und Religionswissenschaft und arbeitete für die Berliner Zeitung. Seit 2006 schreibt Schäfer für den Tagesspiegel. 2009 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil, 2010 stand er mit seinem Roman “Wir vier” auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. ,Gesichter’ ist sein neuester Roman und Ende August im DuMont Verlag erschienen. Gabor Lorenz ist ein erfolgreicher Neurologe. In einer Berliner Klinik forscht er auf dem Gebiet der Prosopagnosie, der Gesichtsblindheit. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein hübsches Haus. Die Unfähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen – eine Fähigkeit, die die meisten von uns für so selbstverständlich halten wie das Binden von Schuhen – treibt im Augenblick wohl viele Literaten um. Vielleicht, weil ihre Ursachen weitgehend ungeklärt sind, weil noch immer nicht klar bestimmbar scheint, welche Hirnareale dafür zuständig sind, Menschen auch nach Jahren noch aus einer Masse Fremder heraus erkennen zu können, trotzdem Zeit oder Krankheit womöglich einige Veränderungen am Antlitz des geliebten Menschen vorgenommen haben. Wie nehmen gesunde Menschen Gesichter wahr? Wonach unterscheiden sie? Mit …

Michael Frayn – Willkommen auf Skios

Michael Frayn (*1933) ist ein britischer Schriftsteller. Er studierte Französisch und Russisch in Cambridge, ein Jahr jedenfalls, bevor er zur philosophischen Fakultät überlief. Seine Arbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. sein Schauspiel Kopenhagen, das einen fiktiven Dialog auf der Basis eines weniger fiktiven Treffens zwischen Werner Heisenberg und Niels Bohr beschreibt. Es entfachte bei seinem Erscheinen 1998 eine Debatte über die Verantwortlichkeit von Wissenschaft und erhielt einen Tony Award und den Prix Molière. Mit Demokratie schrieb Frayn 2003 ein Stück über Willy Brandt und die Guillaume-Affäre. Wie würden wir uns wohl fühlen, wenn jemand, einfach so, weil es sich eben gerade ergäbe, unsere Identität annähme? Plötzlich glaubte uns niemand mehr, dass wir wir wären, egal, wie sehr wir uns ins Zeug legten, um das Gegenteil zu beweisen. In etwa so ergeht es dem armen Dr. Norman Wilfred, der auf Skios einen Vortrag über Wissenschaftsmanagement halten soll. Er ist ein Mann mittleren Alters, glatzköpfig und schon ein bisschen abgehalftert, mit etwas mehr Körperumfang und einem Vortrag in seinem Handgepäck. Bei der Fred-Toppler-Stiftung soll er Managern, Wirftschaftsweisen, …