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[LiteraTour Nord] Abbas Khider – Brief in die Auberginenrepublik

Am gestrigen Montagabend startete in Lübeck die 22. LiteraTour Nord. Den Anfang machte dieses Jahr der deutsch-irakische Autor Abbas Khider, der aus seinem aktuellen Roman “Brief in die Auberginenrepublik” (Edition Nautilus) las. 1973 in Bagdad geboren, wurde er mit 19 Jahren aufgrund politischer Aktivitäten unter dem Regime Saddam Husseins inhaftiert, von 1993 bis 1995 saß er im Gefängnis, in dem er auch Folter mit Elektroschocks erlebte. 1996 kam er zwar frei, flüchtete aber aus dem Irak und war als illegaler Flüchtling mehrere Jahre in Libyen und Jordanien “zuhause”. Sofern auf der Flucht und in ständiger Angst vor Entdeckung überhaupt ein Gefühl von Heimat entstehen kann. Im Jahr 2000 wurde ihm in Deutschland Asyl gewährt und er begann in München Philosophie und Literaturwissenschaft zu studieren, sich einzufinden in ein Land, das zunächst, so Khider, eher als Durchgangsstation auf dem Weg zurück in den Irak dienen sollte. In “Brief in die Auberginenrepublik” erzählt Khider von einem Brief, den der Protagonist und Exilant Salim seiner ehemaligen Geliebten Samia schreibt. Er lebt illegal als Flüchtling im lybischen Bengasi, sie …

Andreas Schäfer – Gesichter

Andreas Schäfer ist ein deutscher Autor und Journalist. Er studierte Germanistik sowie Kunst – und Religionswissenschaft und arbeitete für die Berliner Zeitung. Seit 2006 schreibt Schäfer für den Tagesspiegel. 2009 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb teil, 2010 stand er mit seinem Roman “Wir vier” auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. ,Gesichter’ ist sein neuester Roman und Ende August im DuMont Verlag erschienen. Gabor Lorenz ist ein erfolgreicher Neurologe. In einer Berliner Klinik forscht er auf dem Gebiet der Prosopagnosie, der Gesichtsblindheit. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ein hübsches Haus. Die Unfähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen – eine Fähigkeit, die die meisten von uns für so selbstverständlich halten wie das Binden von Schuhen – treibt im Augenblick wohl viele Literaten um. Vielleicht, weil ihre Ursachen weitgehend ungeklärt sind, weil noch immer nicht klar bestimmbar scheint, welche Hirnareale dafür zuständig sind, Menschen auch nach Jahren noch aus einer Masse Fremder heraus erkennen zu können, trotzdem Zeit oder Krankheit womöglich einige Veränderungen am Antlitz des geliebten Menschen vorgenommen haben. Wie nehmen gesunde Menschen Gesichter wahr? Wonach unterscheiden sie? Mit …