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Harper Lee – Gehe hin, stelle einen Wächter

1961 erhielt Harper Lee für ihren Roman ,Wer die Nachtigall stört’ den Pulitzerpreis. Für die Jugendfreundin Truman Capotes sollte es der einzige literarische Erfolg bleiben, kein anderes Buch von ihr hat je das Licht der Welt erblickt, sodass über die Jahre schon Gerüchte aufkamen, Truman Capote könne am Buch beteiligt gewesen sein. Ihr Debüt blieb verschollen in irgendeiner Schublade – bis zum September 2014. Dieser überraschenden Entdeckung verdanken wir nun ,Gehe hin, stelle einen Wächter’, das soeben erschienen ist. ,Wer die Nachtigall stört’ ist, trotz manch konservativer Gegenmeinung in den Vereinigten Staaten, ein moderner Klassiker. Die Popularität dieser wohligen Südstaatengeschichte um Anwalt Atticus Finch und seine Kinder Jem und Scout ist nicht erst seit der Verfilmung mit Gregory Peck aus dem Jahr 1962 ungebrochen. Es beschwört das Aufwachsen in einer Welt, in der rassistische Überzeugungen salonfähig waren. Zeiten, in der das Wort “Nigger” nichts Anrüchiges hatte oder wenigstens niemand sich dazu berufen fühlte, gegen menschenverachtende Meinungen zu opponieren, weil die Ungleichheit zwischen schwarz und weiß nunmal naturgegeben oder gottgewollt war. Abgesehen vielleicht von Atticus Finch, …

Das Frühjahr kommt immer früher.

Eigentlich sind wir ja erst mit einem Bein den Herbstprogrammen der Verlage entstiegen. Längst haben wir nicht alles gelesen, was wir uns vorgenommen haben, da trudeln schon wieder die nächsten Kataloge ein. Unermüdlich und in völliger Nichtachtung der Sachlage werden uns bereits neue Bücher präsentiert, die in Bälde erscheinen – und gelesen werden wollen. Ich habe die Weihnachtstage genutzt und Verlagsvorschauen gewälzt, um euch – gewissermaßen als Ausklang des Jahres – vorfreudig in das neue Jahr zu entlassen. Die DVA legt im nächsten Jahr gleich mehrere interessante Bücher vor. So zum Beispiel Fiona McFarlanes ,Nachts, wenn der Tiger komt’, das mit seiner Handlung durchaus in Konkurrenz zu einem Hitchcockstreifen treten könnte. Eine alte Dame in einem abgelegenen Haus und die ihr entgleitende Realität. Andreas von Flotow erzählt in ,Tage zwischen gestern und heute’ von der gewaltsamen Auflösung einer Familie und dem Jungen, auf dessen Rücken sie ausgetragen wurde. Im Piper Verlag erscheint mit Ramona Ausubels ,Der Anfang der Welt’ ein Roman, der fast wie ein Märchen anmutet. Ein kleines Dorf am Rande der Welt versucht, …