Alle Artikel mit dem Schlagwort: dumont

Meg Wolitzer – Die Stellung

Die 60er und frühen 70er sind die Zeit der sexuellen Revolution. Gespräche über sexuelle Erfüllung und Freizügigkeit sickerten aus den abgeschirmten vier Wänden des Privatraums in den öffentlichen Diskurs. In Meg Wolitzers neuem Roman ,Die Stellung’ tragen Roz und Paul Mellow auf ganz eigene Weise zu einem neuen Umgang mit Sexualität bei. Sie veröffentlichen ein Buch namens “The Pleasuring”, in dem sie über ihre sexuellen Erfahrungen und verschiedenste Sexstellungen, inklusive einer eigens erfundenen, berichten. Für die beiden ist das erfüllend und belebend, für ihre vier Kinder eine kleine Katastrophe. Als die Kinder Holly, Michael, Dashiell und Claudia im Wohnzimmer das Buch aus der Umarmung mit einem Bildband über Golden Retriever lösen, wissen sie noch nicht, welch schwerwiegende Folgen das haben wird, was sie auf den Seiten erblicken werden. Ihre eigenen Eltern, verschlungen im Liebesakt, ungemein freizügig und offenherzig. ,Pleasuring’ ist ein Buch, das Furore macht und ihren Eltern zu öffentlichen Vorträgen und einer gewissen Prominenz verhilft. Wäre es bloß dieses eine Exemplar neben den Golden Retrievern, ließe sich damit leben, vielleicht könnte man es sogar …

Herbstausblicke – Junge Literatur

Wer hat noch keinen Blick geworfen in die neuen Herbstprogramme der Verlage? Wer hat sich schon ein bisschen inspirieren lassen für die kalte Jahreszeit, während er mit Shorts und Ventilator auf der Couch der Hitze davonfloss? Ich werde in den nächsten Wochen in loser Folge Tipps und Empfehlungen loslassen und ein paar Bücher ausgraben, auf die man sich freuen kann. Diesmal –

Das Frühjahr kommt immer früher.

Eigentlich sind wir ja erst mit einem Bein den Herbstprogrammen der Verlage entstiegen. Längst haben wir nicht alles gelesen, was wir uns vorgenommen haben, da trudeln schon wieder die nächsten Kataloge ein. Unermüdlich und in völliger Nichtachtung der Sachlage werden uns bereits neue Bücher präsentiert, die in Bälde erscheinen – und gelesen werden wollen. Ich habe die Weihnachtstage genutzt und Verlagsvorschauen gewälzt, um euch – gewissermaßen als Ausklang des Jahres – vorfreudig in das neue Jahr zu entlassen. Die DVA legt im nächsten Jahr gleich mehrere interessante Bücher vor. So zum Beispiel Fiona McFarlanes ,Nachts, wenn der Tiger komt’, das mit seiner Handlung durchaus in Konkurrenz zu einem Hitchcockstreifen treten könnte. Eine alte Dame in einem abgelegenen Haus und die ihr entgleitende Realität. Andreas von Flotow erzählt in ,Tage zwischen gestern und heute’ von der gewaltsamen Auflösung einer Familie und dem Jungen, auf dessen Rücken sie ausgetragen wurde. Im Piper Verlag erscheint mit Ramona Ausubels ,Der Anfang der Welt’ ein Roman, der fast wie ein Märchen anmutet. Ein kleines Dorf am Rande der Welt versucht, …

Ein Bücherherbst

… wie er im Buche steht Wer im Buchhändlerischen oder Verlegerischen tätig ist, wird die letzten Wochen vor allem mit dem Wälzen und Sichten von Verlagsvorschauen verbracht haben. Vorfreude und die bange Frage, in welcher Zeit man sich eigentlich mit all dem beschäftigen soll, was da wieder auf einen einströmen wird, wechselten sich regelmäßig ab. Vieles steht dieses Jahr im Zeichen des diesjährigen Gastgeberlandes der Frankfurter Buchmesse – Brasilien. Ich habe mal eine kleine (!) Auswahl von Büchern zusammengestellt, die auf Anhieb mein Interesse geweckt haben – und erhebe natürlich keinerlei Anspruch auf “Vollständigkeit”. Man könnte mit den teils doch hochinteressanten Herbstprogrammen vermutlich einen eigenen Blog füllen! Bei Rowohlt erscheint ein neuer Roman von Daniel Kehlmann, ein Roman über drei Brüder, die alle auf ihre Art und Weise Hochstapler und Betrüger sind. Ein Roman im unmittelbaren Umfeld der Finanzkrise, ein Familienroman der besonderen Art. Auch von Horst Evers (“Wäre ich du, würde ich mich lieben“) dürfen wir einen neuen Erzählband erwarten, ebenso wie von Paul Auster. Im Wallstein Verlag erwartet uns ein Roman, der zum …