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Margit Mössmer – Die Sprachlosigkeit der Fische

Gerda ist überall und nirgends. Sie streift durch London, Istanbul, New York, Madrid und Paris. Sie heilt einen vermeintlich alzheimerkranken Hahn, ist Bürgermeisterin in Catania und verkauft im Foyer des Belle Pigalle Karten für eine mittelmäßige Burlesque Show. Margit Mössmers Gerda-Fragmente sind völlig verrückt und abgedreht, irgendwas zwischen Märchen und Reisebericht. Gerda ist eine ungewöhnliche junge Frau und – so scheint es jedenfalls – überall auf der Welt zuhause. Heutzutage ist das Reisen in mehr oder weniger ferne Länder freilich kein Luxus mehr oder eine Absonderlichkeit, absonderlich ist aber durchaus, was Gerda mitunter erlebt. Da wird im spanischen Stierkampf ein Torero auf die Spitze eines Kirchturms geschleudert, in dem er fortan lebt. Sie selbst wird von einer Seerose in der Mitte des Bleder Sees auf den Grund gezogen, wo sie zum ersten – aber nicht endgültigen – Mal stirbt. Und schließlich gerettet wird von einem Mann namens Francesco Albani, der seit Jahren die Zeit damit verbringt, Dinge aus dem Wasser zu ziehen. Ein Hase, der Gerda ohne ihr Zutun gefolgt ist, verdurstet in seinem Käfig. …