Alle Artikel mit dem Schlagwort: deborah levy

Deborah Levy – Black Vodka

Mit ihren Erzählungen leuchtet Deborah Levy kunstvoll die versteckten Winkel menschlichen Zusammenseins aus – und entdeckt dabei fast immer eine unüberwindliche Distanz. Nach ihrem flirrenden und leicht zwischenweltlichen Roman ,Heimschwimmen‘ erscheinen nun im Verlag Klaus Wagenbach einige ihrer Erzählungen. “,Black Vodka’…”, sagte ich mit leicht düsterem Unterton, “Vodka Noir spricht jene an, die ein Bedürfnis nach stylischer Existenzangst verspüren. Wie Victor Hugo gesagt hätte: Wir sind allein und unbehaust, und die Nacht bricht über uns herein; Black Vodka  trinken heißt, um unser Leben trauern. Insofern ist nur folgerichtig, dass Deborah Levys Erzählsammlung diesen Titel trägt; sind doch alle ihre Protagonisten auch gefangen in einer Einsamkeit, die sie nicht artikulieren, einer Distanz zu anderen, die sie nicht überwinden können. Es ist fast wie in Marlen Haushofers ,Die Wand’, in der eine Frau durch eine unsichtbare Wand daran gehindert wird, ihre einsame Hütte in den Bergen zu verlassen. Die Menschen in ,Black Vodka’ suchen Liebe und das Loch in der unsichtbaren Wand, die sie von anderen trennt – und doch fürchten sie nichts so sehr als das. …

Deborah Levy – Heim schwimmen

Deborah Levy  ist eine britische Schriftstellerin. Bis 1981 besuchte sie das Dartington College of Arts, dann begann sie Theaterstücke sowie Beiträge für Radio und Fernsehen zu verfassen, die großen Anklang fanden. 1986 veröffentlichte sie mit Beautiful Mutants ihren ersten Roman. Heim schwimmen landete 2011 auf der Shortlist des Booker Prizes. Im Früher dieses Jahres ist es, von Richard Barth ins Deutsche übersetzt, auch im Wagenbach Verlag erschienen. Dichter und Schriftsteller Joe Jacobs, seine Frau Isabel, deren pubertierende Tochter Nina und ein befreundetes Ehepaar fahren in ein Ferienhaus nach Frankreich. Joe und seine Frau haben sich schon lange nichts mehr zu sagen. Isabel ist Kriegsreporterin und dementsprechend häufig überall in der Welt, nur nicht zuhause. Ihre Tochter hat sich an ein Leben ohne ihre Mutter gewöhnt, zwischen ihnen herrscht kühle Distanz. Die Freunde Mitchell und Laura sind mitgefahren, um ihrem ganz eigenen existentiellen Desaster zu entgehen. Mitchell ist hoch verschuldet und die beiden werden ihren Laden für außergewöhnliche und kostspielige Souvenirs aus Afrika und Umgebung bald schließen müssen. Es ist kein Urlaub, wie man ihn sich …