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Bitte übernehmen Sie, David Wonschewski!

Das Schreiben begann für mich.. …1997, dem Jahr, in dem ich mein Abitur machte. Ich wusste, dass der Mensch, der nichts von meiner Zuneigung ahnte, mir auf ewig entgleiten und in ein anderes Leben, eine andere Realität abtauchen würde, wenn ich nicht endlich die passenden Worte finde. Und so schrieb ich meinen ersten Text, der darauf aus war einem anderen Menschen meine Gefühle zu verdeutlichen. Die Aktion ging im Übrigen komplett nach hinten los und so schreibe ich bis heute, nehme immer wieder neu Anlauf.

David Wonschewski im Interview

Er schreibt von Düsternis und Leid, von Wahnsinn und Geisteskrankheit. Und er nennt das lebensbejahend. Klingt absurd? Vielleicht. Ist aber auf eine sehr tiefsinnige Art wahr. Ich habe mit David Wonschewski ein sehr ausführliches Interview geführt. Für alle, denen es schon lange in den Fingern juckt, ein Buch von Wonschewski zu lesen, habe ich überdies noch eine sehr gute Nachricht: Er spendiert zwei signierte (!) Exemplare von seinem neuen Erzählband ,Geliebter Schmerz’. (Periplaneta Verlag) “Geliebter Schmerz” ist für viele ein Widerspruch in sich. Für dich nicht. Warum? Was macht den Schmerz so liebenswert? Liebenswert ist ein Adjektiv, das ich nun nicht unbedingt für den Schmerz verwenden würde – auch wenn es von der direkten Wortbedeutung schon passt. Alles was uns schützt und am Leben erhält, was uns fördert und trägt und uns die Möglichkeit gibt uns weiterzuentwickeln, doch, ich denke das hat sich durchaus unsere Zuneigung verdient. Und diverse übel beleumundete menschliche Gefühle oder Reaktionsschemata fallen in genau diese Kategorie. Der Schmerz, die Angst, die Starre, die Panik, die Flucht – alles das ist dem …

David Wonschewski – Geliebter Schmerz

David Wonschewski ist ein deutscher Autor und Journalist. Über zehn Jahre lang war er als leitender Musikredakteur für einige der größten Sender Deutschlands tätig. Mit seinem ersten Roman ,Schwarzer Frost‘ sezierte er vor dem Hintergrund der Medienbranche unsere zutiefst nihilistische und desillusionierte Gesellschaft. Sein neuer Erzählband ,Geliebter Schmerz‘ ist, genau wie sein Vorgänger, im Periplaneta Verlag erschienen und vereint neunzehn kurze bis mittellange Geschichten rund um Schmerz, Elend und das Glück darin. Wonschewski betreibt das Kleinkunst – und Liedermachermagazin Ein Achtel Lorbeerblatt. Er lebt und arbeitet in Berlin. ,Geliebter Schmerz‘ scheint auf den ersten Blick ein unauflösliches Paradoxon zu sein. Wer liebt schon den Schmerz, abgesehen von am Leben scheiternden, ja zerschellenden Künstlern, Literaten und Musikern, denen er Katalysator für ihre künstlerische Tätigkeit ist? Die meisten von uns versuchen doch täglich, diesem ominösen Schmerz aus dem Wege zu gehen. Dem, der auf der Hand liegt, aber erst recht dem, der tiefer in uns sitzt. Damit ist jetzt Schluss. Das muss ein Ende haben. Und ich frage euch: Was hat euch eigentlich so kaputtgemacht, dass die …

Ein Interview mit David Wonschewski

Im November 2012 ist dein erster Roman mit dem Titel Schwarzer Frost erschienen. Was verstehst du unter diesem Begriff? Die Bezeichnung „Schwarzer Frost“ stammt aus der Seefahrt. Bezeichnet wird damit eine Vereisung der Schiffsaufbauten, gebildet durch Nebel oder Nieselregen. Klingt zunächst nicht sonderlich gefährlich, kann aber tatsächlich dazu führen, dass die Takelage überlastet wird und das Schiff kentert. Ziemlich fiese Angelegenheit. Mit der Seefahrt hat der Roman eher wenig zu tun, aber mir gefiel dieser Begriff, lässt er sich doch gut auf die Psyche des Menschen übertragen. Hier eine Gemeinheit, dort eine Unverfrorenheit, ab und an ein Tiefschlag – manche Menschen können so etwas wegstecken. Andere aber gehen nach und nach kaputt an sich und ihrer Umwelt, sie vereisen. Und das Kentern ist dann oftmals nicht mehr weit. Suizid, Depression, Misanthropie: Dein Roman behandelt sehr düstere Themen. Woher rührt dein Interesse an den so genannten Schattenseiten des Lebens? Im Grunde legst du durch deine Formulierung den Finger bereits an die entscheidende Stelle: ,so genannte Schattenseiten’. Ich frage mich: Warum werden manche Dinge, die fester und …

David Wonschewski – Schwarzer Frost

David Wonschewski ist ein deutscher Autor und Journalist. Über zehn Jahre lang war er als leitender Musikredakteur für einige der größten Sender Deutschlands tätig. Früher Teil dieser alles verschlingenden Medienmaschinerie, durchleuchtet er mit Schwarzer Frost, erschienen im Periplaneta Verlag, gnadenlos deren Verkommenheit. Wonschewski ist außerdem Initiator und Redakteur des Chanson -, Liedermacher – und Kleinkunstmagazins Ein Achtel Lorbeerblatt. Abgründe sind faszinierend. Je tiefer und schwärzer, desto deutlicher drängt einem die eigene Endlichkeit, ja vielleicht sogar die eigene Bedeutungslosigkeit ins Bewusstsein. “Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.“, schrieb Friedrich Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse. Auch der erzählende Protagonist, in ewigem Monolog befindlich, ist längst jenseits von Gut und Böse. Fern von Menschlichkeit, Wärme, Freude und Liebe. Er hat, wie er sagt, schwarzen Frost angesetzt und wartet auf den Besuch eines verhassten Kollegen aus dem Sender, bei dem er arbeitet. Lohwald heißt er. Ein dickbäuchiger, despotischer Egomane, ein Mann “im dritten Frühling“, ein Mann, für den der Erzähler zum Mörder werden könnte. So gesehen bin ich durchaus ein …