Alle Artikel mit dem Schlagwort: das grenzenlose und

Bitte übernehmen Sie, Sandra Weihs!

© Theresa Pewal Das Schreiben begann für mich.. mit dem Verstehenwollen von Menschen, inklusive mir selbst. Ist gar nicht so einfach. Ein Buch muss.. gar nichts, aber dass ich es auch bis zu seinem Ende lese, sollte es in mir irgendetwas umordnen. Oder neu machen. Mich berühren oder bewegen. Oder so. Wenn ich keine Bücher schreiben würde, könnte ich.. den Haushalt schaffen. Ein Kindheitstraum von mir war.. Schauspielerin zu werden. Jetzt schreibe ich die Figuren, die ich eigentlich spielen wollte. Ich wollte immer beweisen, dass das Verhalten eines Menschen meist inkongruent zu seinem Denken und Fühlen steht. Ja, auch schon als Kind. Wenn ich nicht schlafen kann.. muss irgendetwas Tragisches passiert sein. Meine erste Buchveröffentlichung zum Beispiel. Völlig unterschätzt werden.. Brieffreundschaften. Die könnten die Welt verändern. Wenn ich Musik höre,.. kann es sein, dass ich zu heulen, tanzen oder singen beginne. Ich erfülle folgendes charmantes Autorenklischee: nicht ganz zufrieden zu sein mit dieser Welt und deswegen schreiben und trinken zu wollen. Eine meiner seltsamsten Angewohnheiten ist es.. ständig mit dem linken Bein zu wippen. Literatur …

Sandra Weihs – Das grenzenlose Und

Das grenzenlose Und ist für Marie das unselige Dazwischen. Die Welt, die immer aus zwei Polen besteht, ohne sich verbindlich auf nur einen von beiden festzulegen. Obwohl sie selbst voller Widersprüche steckt, kann sie die Widersprüche der Welt nicht aushalten. Marie leidet unter einer Borderline-Störung, lebt in einer betreuten Wohngruppe und liest Ciorans ,Vom Nachteil, geboren zu sein’. Sandra Weihs’ Debüt erzählt von einer Wiederentdeckung des Lebens, wo man es am wenigsten vermutet: im Angesicht des Todes. Aus ihrem Zimmer dröhnt System of a Downs ,Toxicity’, Rasierklingen sind meistens in Reichweite und Hoffnung ist etwas für unheilbare Realitätsverweigerer, nicht für Marie. Sie leidet unter einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus. Borderline ist mittlerweile, außerhalb der Literatur, eine sehr stigmatisierte Diagnose, die für die meisten schlicht “selbstverletzendes Verhalten” bedeutet und besonders in Zeiten der Pubertät grassiert wie eine hochansteckende Krankheit. Auch Marie verletzt sich selbst, oft in Situationen, in denen sie ihre Mutter in sich erkennt, in denen sie alle Verbindungen zu dieser Frau trennen will. Verbindungen, die in Fleisch und Blut liegen, wie sie glaubt. Ihre …