Alle Artikel mit dem Schlagwort: carlsen

Rutu Modan – Das Erbe

Rutu Modan ist eine israelische Comiczeichnerin und Illustratorin. Dank Actus Tragicus, einem israelischen Kümstlerkollektiv und einem Verlagshaus für alternative Comicautoren wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 2001 gewann sie den Andersen Award für Illustration, 2008 wurde sie beim Internationalen Comicfestival in Angoulême ausgezeichnet. Sie war Mitherausgeberin des israelischen MAD-Magazines. “Das Erbe” gründet sich zum Teil auf eigene Erfahrungen. Es erschien kürzlich im Carlsen Verlag in der Übersetzung von Gundula Schiffer. Es ist nichts Neues, sich der Shoa, dem Zweiten Weltkrieg oder anderen Schreckensherrschaften der Vergangenheit und Gegenwart in Form des Comics zu nähern und die Debatte, ob das Medium Comic für eine solche Auseinandersetzung überhaupt geeignet ist, ist seit Art Spiegelman längst ein alter Hut. Im Falle Rutu Modans geschieht diese Auseinandersetzung nicht auf eine rekapitulierende und dokumentarische, sondern auf eine ganz gegenwärtige Art, gebettet in die Geschichte einer Familie, in der Gegenwart. Wo ‘Maus‘ und ‘Persepolis‘ die Grausamkeit sehr deutlich porträtieren, wählt Rutu Modan den Weg über die Familie Wagman – in der auch einige Fragmente der eigenen Familiengeschichte zu finden sind. Sowohl Rutu …

Dave Shelton – Bär im Boot

Dave Shelton ist ein englischer Autor und Illustrator. Seit 1990 zeichnet und illustriert er hauptberuflich, und bisher musste er, nach eigenen Angaben, auch noch keinen Hunger leiden. Bär im Boot ist sein erstes Buch, das in Deutschland erscheint. Außerdem findet sich auf seiner Homepage folgende Empfehlung im Umgang mit ihm: Do not, under any circumstances, allow him to talk to you about pens. Zu ‚Bär im Boot‘ habe ich vor allen Dingen wegen der liebevollen Illustrationen gegriffen, wollte mich ein wenig überraschen lassen von diesem ungewöhnlich dicken Kinderbuch. Ein namenloser Junge steigt in ein kleines, wackeliges Boot namens Harriet, zu einem etwas trotteligen Bären und fährt los. Der Bär rudert, der Junge wartet. Darauf, dass sie ankommen, wo immer sie hinwollen. Um sie herum nichts als blauer Himmel und blaues Meer. Nach einiger Zeit beginnt der Junge, misstrauisch zu werden. Haben Sie sich vielleicht verirrt? Kann der Bär gar nicht navigieren? Schließlich tut er sich schon schwer, mit ihm ‚Ich sehe was, was du nicht siehst‘ zu spielen, obwohl die farbliche Vielfalt um sie herum …