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Der Bibliophile

Unter Lesern gibt es viele verschiedene Spezies. Spielarten, Unterarten, Vorstufen und Endstadien. Jedem aber dürfte das Problem des Raums geläufig sein, der begrenzten Realität, die vonnöten ist, um Geschichten und Wissen artgerecht zu lagern. Dem Bibliophilen, der gelegentlich die Grenze zum Bibliomanen überschreitet, ist das gleichgültig. Er dehnt den Raum zu seinen Gunsten, so lange es freie Flächen gibt, wird es Bücher geben, sie zu füllen. Und als würden Bücher allein unmöglich ausreichen, muss der Bibliophile sich zur Aufrechterhaltung seines Wohlbefindens mit allerlei Gegenständen umgeben, die in irgendeiner Verbindung zum Literarischen, zum geschriebenen Wort stehen. Für den Bibliophilen sind Bücher in direktem Umfeld überlebensnotwendig. Eine Behausung ohne bedrucktes Papier, Buchdeckel und Zubehör ließe den Bibliophilen innert kürzester Zeit verkümmern wie eine verdurstende Zimmerpflanze. Ja, man könnte sogar zu sagen wagen, der Bibliophile läse selbst dann, wenn er die Bücher nur anschaue, er atme gewissermaßen das um ihn herum befindliche Wort durch die Buchdeckel hindurch. Unter Wissenschaftlern ist es nach wie vor umstritten, inwiefern eine ausgeprägte Bibliophilie bereits die Kriterien einer ernsthaften Erkrankung erfüllt. In jedem …