Alle Artikel mit dem Schlagwort: bücher

Markus Gasser – Das Buch der Bücher für die Insel

So wie es vielerorts Staaten im Staate gibt, ist dieses Stück Literatur gleichsam ein Buch im Buche. Markus Gasser, studierter Germanist und Anglist, lässt in seinem literarischen Ratgeber für einsame Eilande nicht nur manchen Werdegang kanonischer Werke, sondern vor allem die tief empfundene und gelebte Freude an Literatur auferstehen. Sie ist auf jeder Seite zu spüren, in jedem Wort zu schmecken, das man sich auf der Zunge zergehen lässt. Ein Arzt mag voraussagen können, für welche Krankheiten sich sein Patient besonders anfällig erweisen wird – die Wirkung eines Buches aber ist nicht zu prognostizieren: Da muß jeder selbst schauen, ob er sich durchschlagen kann und wie. Es gibt viele von ihnen. Bücher, die uns sagen, was wir lesen sollen. Bücher, die uns sagen, was wir lesen müssen, ja, dass wir lesen müssen, um nicht zugrundezugehen. Die immer etwas oberlehrerhaft anmutende Bildung diverser kanonischer Leitfäden ist nach wie vor umstritten – was taugt sie? Ist sie nützlich? Soll nicht jeder Leser selbst entscheiden dürfen? Freilich. Doch es wäre eine Schande, ihn nicht auf all das hinzuweisen, …

Die wundersame Buchvermehrung

An Weihnachten oder äquivalenten Festtagen wünscht sich der Leser ja doch häufig neuen Lesestoff. Ganz gleich, ob er – praktisch gesehen – noch genügend hätte, über’s Jahr haben sich so viele neue Wünsche angesammelt, dass ein paar dieser Wünsche dann auch auf wundersame Weise in Erfüllung gehen (müssen). Gestartet von Sätze&Schätze begannen nun immer mehr Buchblogger, über ihre wundersame Buchvermehrung an Weihnachten zu berichten. Mit dabei sind auch Philea’s Blog und Susanne Haun. Denn wenn wir ehrlich sind, ist es doch mindestens genauso interessant, seinen eigenen Buchzuwachs zu betrachten wie den der anderen. Wohlwissend, dass meine hiesigen Regale zweifellos mit dem vorhandenen Lesestoff gut ausgelastet sind, hatte ich beschlossen, mir dieses Jahr doch die eine oder andere praktiakble Lektüre zu wünschen. Bücher über das Schreiben. Von Kritiken und ganz allgemein. Und da fiel meine Wahl auf Stephan Porombka und Roy Peter Clark. Stephan Porombka ist Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der UdK Berlin und gibt mit seinem Trainingsbuch ganz konkrete Anweisungen. Schreibenlernen ist auch Arbeit, es bedeutet, mit offenen Augen und Ohren durch die …

Der Bibliophile

Unter Lesern gibt es viele verschiedene Spezies. Spielarten, Unterarten, Vorstufen und Endstadien. Jedem aber dürfte das Problem des Raums geläufig sein, der begrenzten Realität, die vonnöten ist, um Geschichten und Wissen artgerecht zu lagern. Dem Bibliophilen, der gelegentlich die Grenze zum Bibliomanen überschreitet, ist das gleichgültig. Er dehnt den Raum zu seinen Gunsten, so lange es freie Flächen gibt, wird es Bücher geben, sie zu füllen. Und als würden Bücher allein unmöglich ausreichen, muss der Bibliophile sich zur Aufrechterhaltung seines Wohlbefindens mit allerlei Gegenständen umgeben, die in irgendeiner Verbindung zum Literarischen, zum geschriebenen Wort stehen. Für den Bibliophilen sind Bücher in direktem Umfeld überlebensnotwendig. Eine Behausung ohne bedrucktes Papier, Buchdeckel und Zubehör ließe den Bibliophilen innert kürzester Zeit verkümmern wie eine verdurstende Zimmerpflanze. Ja, man könnte sogar zu sagen wagen, der Bibliophile läse selbst dann, wenn er die Bücher nur anschaue, er atme gewissermaßen das um ihn herum befindliche Wort durch die Buchdeckel hindurch. Unter Wissenschaftlern ist es nach wie vor umstritten, inwiefern eine ausgeprägte Bibliophilie bereits die Kriterien einer ernsthaften Erkrankung erfüllt. In jedem …

A Person Of Quality and Honour, of course!

Es ist gut, richtig und erstrebenswert, sich mit literarischen Erscheinungen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Mit Autoren der Moderne. Mit aktuellen Titeln. Regelmäßig möchte ich an dieser Stelle künftig versuchen, in vergangene(re) Zeiten aufzubrechen, an Autoren, zu erinnern, die man noch heute kennt – oder vielleicht auch mal an solche, die in Vergessenheit geraten sind. Manchmal geschieht das ja zu Unrecht, manchmal zu unser aller Nutzen und Freude. An einem 30.November betraten so einige bedeutsame Autoren unseren Planeten, so mancher verließ ihn auch. Willkommen geheißen hätten wir am 30.November 1667 in Dublin jedenfalls Jonathan Swift. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Satiriker, damals war er ein Aufrührer. Swift studierte Theologie, mehr auf Wunsch seines Onkels hin denn aufgrund eigener Präferenzen und da er angeblich schon an der Universität ganz offenkundig rebellische Neigungen zeigte, bekam er seinen Abschluss ,by spacial favour‘. Nicht, weil er ihn verdient hätte, eher aus Mildtätigkeit. Swift bekam Anstellungen in mehreren Kirchen, mal in England und mal in Irland, die er jedoch niemals lange behielt. Er begann, politische Satiren zu verfassen, in denen …

Die Kleinsten werden die Größten sein

Wir lieben sie. Die kleinen, charmanten Buchläden, die zum Verweilen einladen. Wir lieben den Geruch und den Hauch Nostalgie, die bisweilen etwas kauzigen, aber kompetenten Buchhändler, die sie bewohnen. Die meisten von uns besuchen solche Buchhandlungen gern und regelmäßig wird von Branchenkennern ihr Untergang prophezeit. Sie hätten keine Chance gegen amazon, gegen große Unternehmen, der Zug sei abgefahren, es sei denn, sie schafften es noch, aufzuspringen. Ich habe mir nun Folgendes überlegt: Ich möchte eine Reihe mit dem Namen ,Die Kleinsten werden die Größten sein‘ ins Leben rufen. In loser Folge möchte ich kleine (inhabergeführte) Buchhandlungen aus ganz Deutschland (vielleicht auch Österreich & Schweiz?) vorstellen und ihnen damit eine Plattform geben. Ein bisschen inspiriert ist das von der Klappentexterin, die auf ihrer Seite auch die Adressen solcher Buchhandlungen sammelt. Ich möchte den Buchhandlungen einen Artikel widmen. Ich hätte gern Fotos, Geschichten und Anekdoten rund um die Kleinen. Dazu brauche ich aber natürlich eure Hilfe, ich kann ja nicht in ganz Deutschland gleichzeitig präsent sein. Logisch. Kennt ihr eine kleine Buchhandlung, in die ihr liebend gern …